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Von Kampfmaschinen und Terroristenninchen... - Aggressive Kaninchen

Kaninchen sind aggressiv. Ohne Frage. Sie können es nicht leiden, wenn ihnen jemand das Futter "wegfuttert", etwas "Fremdes" in das Revier eindringt, sie jemand beim Schlafen stört oder sie schlicht und einfach etwas oder jemand nervt! - Kaninchen sind vielleicht manchmal sogar weniger duldsam, als gut erzogene Hunde.

Alles Aggressionsgebaren der Kaninchen entstammen in erster Linie einem großen Topf, dem die Natur den Namen Rangkämpfe verliehen hat. Die Verhaltensweisen wurden den Tieren teils mit in die Wiege gelegt, teils sind es erlernte Reaktionen. Das Repertoire der Auflehnung besteht aus Beißen, Knurren, Kratzen, Angreifen oder zornigem Zurückweichen, und deckt damit alles ab, was den Tieren gegen den Strich geht.

Normale Aggressionen

Normal sind Rangkämpfe und alles an Aggressionen, was damit zusammen hängt. Verteidigen des Reviers (Käfig) gegen andere Kaninchen oder auch passiv gegen des Menschen, der aufgrund des Fehlens von Artgenossen, als solcher angesehen wird. Es besteht die Notwendigkeit eine Rangfolge auszufechten. Der Mensch als "Artgenosse" wird häufig den Kürzeren ziehen, es sei denn, er schafft es mit sanften Methoden sich den Respekt zu verschaffen - mit entschiedener, etwas erhobener Stimme: "Nein" sagen (nicht schreien, das erschreckt das Tier und kann zum gegenteiligen Effekt führen: Angst vor dem Menschen oder zu den fehlgeleiteten Aggressionen). Ansonsten kann er schon einmal Opfer, von Pieselattacken auf die Lieblingsorte des Menschen, z. B. Sofa werden. Hier erhebt das dominante Tier einfach mal den Besitzanspruch). Fälschlicherweise werden Bisse von Jungtieren oft als Aggression gewertet. Junge Kaninchen verwechseln dabei manchmal die Finger des Menschen als etwas Essbares und zwicken hinein. Besonders, wenn sich gerade noch eine Möhre oder etwas Ähnlich lecker riechendes darin befand. Sagen Sie hier laut und deutlich "AUTSCH" und weichen mit der Hand zurück ohne das Tier zu erschrecken. Es lernt hinzu. Unaufhörlich.

Fehl geleitete Aggressionen

Fehl geleitet sind Aggressionen, die sich aktiv gegen den Menschen richten oder dauerhaft das Zusammenleben des Kaninchens mit Artgenossen verunmöglichen. Hier sei noch erwähnt, das durchaus die Möglichkeit besteht, dass sich zwei Kaninchen einfach absolut nicht leiden können. Bei Kaninchen, die einer Kaninchengruppe gegenüber stehen, funktioniert diese Erklärung nicht. In der Gruppe hat das Individuum nicht den selben Stellenwert. Die Gruppe ist das Maß, nicht die persönlichen Antipathien gegen ein bestimmtes Langohr. So können mitunter in der Kaninchengruppe Tiere zusammenleben, die als Zweier - Paar nie etwas miteinander zu tun haben wollten. Andererseits spielen in diesem Fall noch andere Faktoren eine Rolle: Lebensbedingungen, Platz, der Raum der Freiheit, den man den Kaninchen zugesteht. Ein Tier im Käfig oder in strikten Stallanlagen wird - das behaupte ich mal frech - in einer ähnlichen Stress- oder Ausnahmesituation existieren, wie ein Mensch im Gefängnis, und darum u. U. anders reagieren und handeln, wie das in einem hübschen Reihenhaus mit Garten der Fall wäre. In einem Artikel über die Intelligenz der Tiere habe ich das Problem schon einmal angesprochen: die Tiere brauchen Herausforderungen, sowohl in geistiger, als auch körperlicher Hinsicht und das ist nur mit Freiräumen möglich, die wir ihnen durch große Gehege, genügend Auslauf, Kaninchenspielzeug usw. zugestehen.

Aggressionen gegen Menschen können als Ursache für Kaninchen traumatische Erlebnisse mit Menschen haben, die ein bestimmtes aggressives Handlungsschema im Tier hervorrufen. Kaninchen denken nun einmal in Schablonen. Aktion und Reaktion werden als aufeinanderfolgendes Handlungsschema wahrgenommen. Einfach ausgedrückt: das Tier hat einmal durch die Hand eines Menschen Schmerz erfahren und dieses als Schock, als Angsterfahrung erlebt. Es gibt Tiere, die ziehen sich vom Menschen zurück und quieken wie Schweinchen, wenn sich eine menschliche Hand nähert. Andere - mutigere, dominantere - äußern ihre Angst auf die menschliche Hand, indem sie heftig attackieren. Kaninchen denken folgendermaßen: Menschenhand - Schmerz - Hilfe - Rettung - Beißen, Knurren oder Zurückweichen . Ist dieses Schema erst einmal vom Kaninchen erlernt, dauert es, bis man diesen Kreislauf des Denkens wieder durchbrechen kann. Es braucht Geduld und einige Tricks. Die Menschenhand, die mit Schmerz und Angst assoziiert wird, muss durch etwas Gutes, Schönes, abgelöst werden.

Ich habe das bei einem ängstlichen Tier mit Vergangenheit - fast - geschafft. Erstens durch den Beistand der Gruppe. Wenn keiner Angst vor dem Menschen hat, wieso soll ich dann Angst haben? Ich bin schließlich Teil der Gruppe. Zweitens durch das Verfüttern besonderer Leckereien mit der Hand. Allerdings hatte ich es leichter. Mein Tier fürchtete sich vor der Hand und reagierte mit Zurückweichen und nicht mit Aggression. Mir wurde also nie in die Hand gezwickt, wenn ich ihr etwas Gutes tun wollte. Bei aggressiven Tieren bedeutet diese Methode u. U. sogar, mit Handschuhen Leckereien verfüttern, damit man das Zwicken schadlos übersteht. Wichtig für den Menschen ist, sich darüber klar zu machen, dass es nicht um ihn Persönlich, sondern um das Prinzip geht. Das ist nicht ganz einfach, ein Tier zu mögen, dass einem offenbar hasst. Aber der Hass richtet sich nicht gegen den Menschen, sondern gegen die Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis, das durch eine bestimmte Situation ausgelöst wird.

Ein aggressives Tier sind nicht böse. Es hat Panik. Reden Sie beruhigend auf das Tier ein. Weichen Sie nicht zurück, machen Sie keine hektischen Bewegungen. Reden Sie und locken Sie mit den Leckerli. Versuchen Sie es immer und immer wieder. Geben Sie nicht auf! - Das Tier ruft nach Hilfe und nur Sie können dem Tier helfen. Drängen Sie dem Tier nie etwas gewaltsam auf. Nehmen Sie es nicht hoch, wenn es das nicht mag. Setzten Sie es nie in den Käfig zurück, wenn es gerade hoppelt und holen Sie es nie aus dem Käfig heraus, wenn es hoppeln soll. Die Basis Ihrer Beziehung zu dem Tier sollte Vertrauen sein. Das Tier muss allein aus dem Käfig heraus kommen und es wird mit der Zeit auch allein zurück finden. Respektieren Sie das Tier. Vielleicht ist es nur das. Es muss lernen, dass es von Ihnen respektiert wird und dass ihm bei Ihnen niemals das widerfahren kann, was es zuvor erlebt hat.

Weitere Ursachen für Aggressionen

Übersteigertes Dominanzverhalten kann ursächlich sein (ich bin der Boss, ich und sonst niemand!) und das Tier einem erheblichen Dauerstress aussetzen. Psychologischen Aspekten wird bei den Tieren noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt! Dabei spielen sie bei den Kaninchen (wie bei Mensch und allen Tieren) eine gewichtige Rolle .

Aber auch körperliche Ursachen kommen in Frage. Hormonelle Störungen können hier z. B. bei Weibchen zu dauerhafter Scheinschwangerschaft führen. Scheinschwangerschaften wiederum gehen mit allen körperlichen und seelischen Veränderungen wie normale Schwangerschaften einher. Dieser Dauerstress kann die Weibchen äußerst aggressiv werden lassen. Bei unkastrierten Rammlern ist der Sexualtrieb äußerst stark. Unbefriedigt kann dieser durchaus seine Energien auf andere Verhaltensweisen umlenken: z. B. den Zerstörungstrieb.



Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
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