Das Kaninchen Nina
Als Nina 6 Wochen alt war ( geb. 3.1.97 ) haben wir sie vom Züchter abgeholt. Sie war so klein das sie in die Futterschüssel passte. Was uns gleich auffiel war, dass sie deutlich kleiner und leichter war als ihre 3 Brüder. Wahrscheinlich hat sie als einzigstes Weibchen nicht so viel abbekommen. Sie saßen allerdings nicht mehr mit der Mama in einem Gehege, sondern allein.
Die erste Macke von Anfang an war, das sie dachte sie wäre ein Vogel. Sobald man sie hochgenommen hat ist sie einem auf die Schulter gesprungen und hat sich dort hingesetzt. Wenn sie zu viel Schwung hatte konnte es leicht passieren das sie nach hinten den Abflug machte. Zum Glück konnten wir sie immer rechtzeitig auffangen. Diese Angewohnheit hatten wir ihr aber nach ein paar Wochen abgewöhnen können.
Daheim angekommen war sie eigentlich ganz normal. Erst nach ein paar Wochen fing sie an jedem zu beknurren und zu beißen. Oder sie stellte sich auf und hat mit dem Vorderpfoten gekratzt und geboxt. Allerdings waren ihre Knurrlaute am besten. Fast wie ein Hund. Aus Angst mit Ninchen stimmt was nicht haben wir sogar den Züchter kommen lassen, damit er sich ein Bild machen kann. Er war fasziniert. So etwas hatte er bei einem Kaninchen noch nie gesehen. Er war echt ratlos.
Aber auch als Nina mit Cora zusammen Auslauf hatte und mit ihr schmusen konnte war sie kein bisschen weniger böse. Als sie dann größer war hatte sie auch ihre Lieblingszerfetzpunkte in meinem Zimmer gefunden. Das waren bestimmte Sofakissen, der Teppichboden aus dem man so gut Fäden rauszupfen kann, Türen schmecken auch sehr gut aber Menschenfleisch ist immer noch das Beste. Ihre Lieblingsbeschäftigung damals war es, aufs Aquarium zu springen, dort alles runterzuschmeißen, die dort stehenden Blumen zu köpfen und die Aufblastiere zu zerbeißen. Aber sie reagierte auf "gehst du da runter!". Kaum hatte man den Satz ausgesprochen war Ninchen wieder auf dem Boden der Tatsachen. Einmal allerdings fehlte der Deckel vom Aquarium weil ich es gerade säuberte. Nina wusste das leider nicht, und ging Baden. Völlig durcheinander saß sie dann in ihrem Käfig. Diese Aktion hinderte sie aber nicht daran weiter hoch zu springen.
Die einzige Erklärung für ihr Verhalten für mich ist das sie das einzige Weibchen im Wurf war. Ihre Mutter hatte zwar auch geknurrt , aber niemals so viel und intensiv wie Nina.
Nina kann aber auch wenn sie will sehr lieb sein. Sie kommt dann her und schmust ganz von allein mit mir oder meinem Freund. Es kam auch schon vor das die Beiden zusammen auf dem Sofa unter einer Decke lagen und geschmust haben. Aber dann ist sie auf einmal
aufgesprungen, hat ihn gebissen, ist weggelaufen und hat sich wieder am Sofa zu schaffen gemacht. Es kommt mir so vor als ob sie manchmal gar nicht mehr weiß was sie vor 3 Sekunden gemacht hat. Ich kann mich auch nicht daran erinnern das sie mir einmal die Hand geleckt hat.
Was Nina wirklich über alles mag sind ihre Joghurtdrops und Petersilie. Wenn ich nur mit der Schachtel klappere rennt sie total wild durch den Käfig. Das ist sie echt total heiß drauf. Was ihr auch besonders viel Spaß macht ist, sich neben dem Korb mit frisch gewaschener Wäsche zu legen oder am Besten gleich unter den Wäscheständer ( mmmmhh..... riecht das gut ).
Dort liegt die dann manchmal Stundenlang. Was sie gar nicht mag ist wenn man versucht sie von etwas abzuhalten, da kann sie richtig böse werden. Will man sie z.B. vom Sofa weg heben beißt sie gewaltig. Ich hab echt schon so viel probiert sie friedlich zu stimmen, aber ohne Erfolg. Ich hab sie echt jeden Tag draußen gehabt, hab mit ihr geschmust und gespielt, hab versucht ihre Angriffen zu übersehen oder trotzdem mit ihr weiterzuschmusen. Das hat bis zu einem gewissen Punkt auch funktioniert, aber dann auf einmal war sie wieder so wie vorher. Manchmal hab ich das Gefühl die weiß in mancher Hinsicht was sie tut. Ihre neueste Masche, hier in unserer neuen Wohnung, ist es, auf den Esstisch zu springen und dort sämtliche Obstsorten im Korb alle mal ein bisschen anzufressen. Wenn sie mich aber dann sieht ist sie sofort wieder unten. Aber selbst beim Mittagessen kommt es vor das Ninchen sich ne Kartoffel klaut und die dann genüsslich unter Tisch verspeist. Ich glaub die braucht auch einfach die Nähe zum Menschen. Die ist eigentlich immer dort wo wir auch sind. Letzten Sonntag früh hörte ich es auch auf einmal klappern. Ich ging ins Esszimmer und sah wie Nina auf meinem Teller saß und genüsslich an der Margarine schleckte. Und auch der Käse hatte schon Bissspuren. Bei solchen Aktíonen kann man ja nicht mal böse sein weil's einfach so süß ist.
Bemerkungen zur "Therapie"
"Zickige" Kaninchen sind nicht gleichzusetzen mit "bösartigen" Tieren. Vielfach sind es überaus intelligente, dominante Tiere, die von der Natur aus eine Reihe von Führungsqualitäten in sich vereinen. Bei den Weibchen, die ich bislang kenne, fällt zudem auf, dass sie stark unter Scheinschwangerschaften leiden. Sie wollen unbedingt Mutter werden. Diese unerfüllte "Sehnsucht" beeinträchtigt die Tiere teils so stark, dass aus gewissen Ticks aggressive Tendenzen erwachsen. Auch zu erklären durch den ständigen Hormonfluss, denn bei Scheinschwangerschaften verhält sich die Körperchemie wie bei einer normalen Schwangerschaft, teils sind sogar Milchbildungen zu beobachten. Und schwangere Frauen sind bekanntlich auch nicht gerade "unproblematisch". Ist diese hormonelle Störung, die durchaus auch psychologische Ursachen - eben durch ihre starken Charakteren - hat, durch normale Hormontherapien nicht zu beheben, dann ist, auch aus gesundheitlichen Aspekten durchaus über eine Kastration des Kaninchens nachzudenken. Extrem andauernde Scheinschwangerschaften führen auch zu einem erhöhten gesundheitlichen Risiko in Punkto Entzündungen und Krebs bei Kaninchen. Eine Kastration bei Weibchen ist jedoch erheblich schwieriger, als beim Rammler und sollte deshalb nur bei erfahrenen Kaninchentierärzten durchgeführt werden.
Nina heute:
Nina war ständig scheinschwanger und wurde deshalb nach reiflicher Überlegung der
Besitzerin kastriert.
"Nina ist jetzt total lieb. Die rennt mir nur noch hinterher und will
schmusen. Mich knurrt sie nicht mehr an und beißen tut sie auch nicht mehr.
Die ist echt total verändert. Nur noch verfressener ist sie geworden.
Schlimmer als ein Hund wenns was zu fressen gibt. Gestern hat sie sogar vom
Nutellabrot gebissen. Heut früh hat sie wieder mal die Margarine ausgeleckt.
So schnell kann ich gar nicht kucken wie die wieder was Fressbares gefunden
hat."
Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin,
der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die
Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über
mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick
zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen
sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten
Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten
Tierarztes erwerben kann.
Die Tipps ersetzten selbstverständlich
keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des
Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden
(z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser
Informationen entstehen.
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