Kanicki, der "Knurrhahn"
Hier stelle ich nochmals ein äußerst dominantes Weibchen vor, mit dem nichts und
niemand klar kommt. Sie heisst Kanicki, und ist ebenfalls sehr intelligent, die geborene Führungspersönlichkeit. Sicher gehört sie auch zu der Sorte Kaninchen, die es selbst mit einem ausgewachsenen Hund aufnehmen würden...:-) - Auch Kanicki leidet wie Nina stark unter Scheinschwangerschaften.
Kanicki, holten wir am 24. Oktober 1998 aus einem Hobbymarkt, um unserem bis dahin mit 2 Meerschweinchen lebenden Snörre, Gesellschaft zu leisten.
Unser erster Eindruck war, dass sie ganz anderes "härteres" Fell hat, dass sie ungern angefasst wird - wir haben es so interpretiert, dass sie vielleicht aus Außenstallhaltung stammt und nicht besonders häufig mit Menschen in Kontakt gekommen ist. Mit Snörre hat sie sich einen unglaublichen Kampf geliefert, aber es war schnell klar, dass Snörre die Nummer Eins ist.
Weitere Kämpfe haben nicht stattgefunden, sie hat sich mit ihrer Position abgefunden. Ziemlich zeitgleich kam auch Anton in unsere Runde - ein Männchen. Männchen müssen sich ja nie in der Weise beweisen wie die Weibchen, er wurde gerne in ihrer Mitte akzeptiert, aber an sich lebte er ja auch mit Johann einem Meerschwein zusammen. Kanicki liebte bis dato zwar die Meerschweinchen nicht so abgöttisch, wie beispielsweise Snörre und Anton, aber sie ließ sie in Ruhe. Als nach einem Jahr, im Sommer 1999 Snörre starb, wurde alles anders.
Nach Snörres Tod überrannte Kanicki die Meerschweinchen, trat dabei mit den Hinterläufen nach ihnen, biss sie, wenn sie sich bewegten ....
Wir wollten sie nun aber auch nicht alleine lassen, ihre Aggressionen waren noch nicht so offen zu Tage getreten, so kam dann Lotte, ein Lohkaninchen im August 1999 zu uns.
Wir ließen die Beiden sich auf neutralem Boden treffen, um sich zu beschnuppern zu können. Dann, nach Stunden, ließen wir sie zusammen in einen Käfig. Sofort fiel Kanicki Lotte an. Lotte fiel auf den Rücken, Kanicki hing an ihrer Gurgel und Lotte schrill und hoch schrie ... GRÄSSLICH !
So kam Lotte zu dem Meerschwein und Anton zu Kanicki. Erstaunlicherweise sind die beiden ein Herz und eine Seele, während alle Weibchen gejagt und gebissen und die Meerschweinchen eben getreten werden !
Kanicki knurrt nun jedoch nicht nur die Kaninchendamen an, wenn wir zu schnell in den Käfig fassen, ohne ihr nicht vorher einen halben Roman ins Ohr gesäuselt zu haben, stürmt sie auf Hände und Arme zu und knurrt oder beißt auch schon mal ... Will man an den Futternapf, um ihn zu füllen oder zu säubern kommt sie angestürmt ... Hochnehmen ist gar nicht gewünscht, kraulen an der Nase und zwischen den Ohren schon, aber bloß nicht am Rücken, da weicht die Haut zur Seite (zuckt), weil sie der Hand ausweichen will ....
Meine anderen Kaninchen mögen es z.B. gerne, wenn man ihnen Kohlrabiblätter so hinhält, dass sie Männchen machen oder auf ihr Häuschen oder was auch immer springen müssen. Kanicki bekommt dabei zuviel, sie springt das Kohlrabiblatt an und knurrt, als müsste sie es vertreiben. Mein Freund schnappt sie sich schon mal und spielt mit ihr, lässt sie nicht weghoppeln, reizt sie auch richtig ... danach ist sie wie erledigt, liegt ruhig und lässt sich knuddeln. Ob sie das dann erträgt, weil sie einfach nur fertig ist, oder weil sie doch gerne ein wenig Zuwendung hat, ist nicht so ersichtlich !
Da sie alle paar Monate scheinträchtig ist und riesige Nester baut, fragten wir bei einem TA Besuch nach, was wir denn mit ihr machen können, damit a. diese Scheinträchtigkeitsattacken weggehen und b. sie "freundlicher" wird. Man riet uns zu einer Schwangerschaft. Mit unserem Killerkaninchen besuchten wir also Leute, die die TA uns "ausgesucht" hatte. Die Armen, die hatten richtig angst um ihren Bock. So kam es natürlich auch nicht zu einer Schwangerschaft. Das hat dann erst ein Urlaubsgast geschafft, den wir 4 Wochen bei uns versorgt haben.
Ihre Minis liebt sie heiß und innig, aber hier ist es auch so: kriegt sie nur aus dem Augenwinkel mit, dass sich was bewegt, schnappt sie hin. Inzwischen sind die Kleinen schon 8 Wochen alt. Ich hatte gedacht, dass nun bald die Zeit kommt, wo ihr eigener Nachwuchs genauso zur Konkurrenz wird, wie die anderen Weibchen, aber bisher freut sie sich immer riesig, wenn sie sie sieht. Wir haben ihr letztens einen Tag Auszeit gegeben, da durfte (oder musste) sie mit Anton im Käfig bleiben, da ja aber Kaninchen wohl auch mit 8 Wochen noch ab und an gesäugt werden, haben wir sie wieder zu ihren Kleinen gesetzt. Das war ein Hallo...
Unser drittes Weibchen FLOH, nach Lotte das zweite Lohkaninchen, hat durch Kanicki eine absolute Paranoia gegenüber anderen Kaninchen entwickelt. Langsam beginnt sie mit den Kleinen zu spielen, sobald die aber ein wenig kecker werden, schiebt sie ab und versteckt sich.
Seit kurzem mag sicher unser Weibchen LOTTE nicht mehr unterordnen. Sie greift Kanicki nun ihrerseits an. Diese Kämpfe sind mörderisch. Beide gleichstark, keiner unterwirft sich. Eigentlich denke ich, sie müssen ihre Rangordnung ein für alle mal klären, aber ich habe sie bisher immer nach einer Zeit getrennt / trennen müssen. Ich habe angst, dass sie sich schwer verletzen. Die beiden kennen wirklich nichts. Wenn nur Fell fliegt ... Aber ich habe schon dickste Schmarren verarzten müssen. Beim letzten Showdown hatte ich das Gefühl, Lotte ist stärker, Kanicki weicht ein wenig, aber irgendwie war es dann wieder so schlimm, dass ich eingreifen musste.
Leider wird unser Knurrhahn dadurch nicht sanfter. ABER -- ich sitze eigentlich immer auf dem Boden, wenn die ganzen Tiere Freigang haben. Sie haben Lieblingsruheplätze, aber kommen auch schon mal an, stubsen, wollen, dass man sie krault oder ihnen was erzählt .... Kanicki kommt nun auch schon mal an und schnuffelt.
Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin,
der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die
Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über
mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick
zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen
sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten
Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten
Tierarztes erwerben kann.
Die Tipps ersetzten selbstverständlich
keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des
Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden
(z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser
Informationen entstehen.
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