Der erste Tod eines Tieres – eine neue, aber traurige Erfahrung
von Christina Sagel
Am 1.12.2003 mussten wir schweren Herzens meine geliebte Kaninchendame Holly
einschläfern lassen.
Wir hatten sie zwar „nur“ ein halbes Jahr, aber dieses halbe Jahr
war wirklich wunderschön. Ich habe mit der Gruppenhaltung von Kaninchen
viele neue, positive Erfahrungen gemacht und dafür bin ich sehr dankbar.
Holly war mein erstes Tier , was gestorben ist, und es war wieder eine ganz
neue Erfahrung.
Zum Glück hatten wir an diesem Tag schulfrei. Also schlief ich auch etwas
länger als gewohnt. Nachdem ich mit meiner Hündin Chica spazieren
war, ging ich zu den Kaninchen um diese zu füttern.
Wie jeden Tag schaute ich nach, ob auch alle Tiere da waren. Während mich
die anderen beiden Mädels freundlich empfingen und Moses, der Bock, auf
seinem Stammplatz hockte, sah ich meine Holly nicht. Zuerst dachte ich, dass
sie im Bau war, aber dann öffnete ich die Stalltür und schaute hinein.
Dort lag Holly, sie ließ sich streicheln ! Wie ungewöhnlich !
Irgendetwas stimmte nicht mit ihr, das spürte ich. Ich war total verwirrt
und ging dann erst mal ins Haus um einen klaren Kopf zu bekommen. Vielleicht
ruhte sie sich einfach nur aus, weil sie meiner Ansicht nach schon älter
war. Da sie vom Tierheim gefunden wurde, weiß niemand ihr Alter. Bei Kaninchen
kann man das Alter sowieso nicht feststellen, wie zum Beispiel bei Hunden. Man
sieht eigentlich nur, wenn es sich um ein noch sehr junges Kaninchen handelt.
Aber Holly war immer schon ein ruhiges Kaninchen, sie sprang nicht so wild durchs
Gehege wie die anderen.
Nach einiger Zeit schaute ich noch einmal nach und sie hatte sich in eine Ecke
verkrochen. Ich packte sie mir und fühlte, dass sie einen „harten
Bauch“ hatte. Ich setzte sie behutsam wieder in ihre Ecke wo sie dann
auch liegen blieb. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte, ich war wie
gelähmt, als ob ich noch träumen würde.
Mit Tränen in den Augen und schon voller Panik zitternd lief ich ins Haus
und holte meine Kaninchenbücher. Ich schaute unter dem Thema „Krankheiten“
nach, wurde aber nicht fündig. Was nun ?
Niemand war im Haus, erst in 45 Minuten würde meine Mutter kommen.
Aus lauter Verzweiflung rief ich meinen Vater an und er meinte, dass ich schon
mal die Transportbox fertig machen sollte um mit meiner Mutter dann zum Tierarzt
zu fahren.
Um 13.00 Uhr war es dann endlich so weit. Wir fuhren in unsere Tierarztpraxis.
Dort angekommen machte die Tierärztin uns nicht viel Hoffnung. Holly war
unterkühlt und hatte halt ihren „dicken Bauch“.
Sie legte mein Kaninchen unter die Rotlichtlampe und schickte uns erst mal nach
Hause.
Um 15.30 Uhr sollten wir dann wiederkommen. In der Zwischenzeit heulte ich nur
und habe gebetet. Tausend Fragen gingen mir durch den Kopf: „Wird sie
sterben ? Was passiert dann mit den anderen ? Warum muss mir so was immer nur
passieren ?........“
Wieder in der Arztpraxis angekommen die Nachricht: “ Wir haben Ihr Kaninchen
geröntgt.“
Die Tierärztin erklärte uns das Röntgenbild und dann kam der
Satz:“ Wir mussten ihr Kaninchen leider euthanasieren. Sie war unterkühlt
und es war das Beste. Das Tier würde sonst nur leiden.“ Ein Schock
für alle !
Man weiß nicht genau, woran sie gestorben ist. Es konnte ein Tumor sein.
Vom Tierheim aus wurde sie kastriert, was für die weiblichen Kaninchen
äußerst ungewöhnlich ist, aber es musste bei ihr gemacht werden,
weil sie eine Gebärmutterentzündung hatte. Daraus könnte sich
auch ein Tumor entwickeln haben. Auf jeden Fall, sagte die Ärztin, wäre
es nicht unsere Schuld gewesen. Wir haben wohl nichts falsch gemacht.
Dann bezahlten wir die 44, 30€ und fuhren nach Hause.
Am Abend beerdigten wir meine geliebte Holly in unserem Garten und pflanzten
Blumen auf ihr Grab. Später ist noch ein Holzkreuz mit der Aufschrift „Holly
1.12.03“ auf das Grab gekommen. In den ersten Wochen nach ihrem Tod brannte
immer eine Kerze an ihrem Grab, damit sie sich nicht allein fühlt. Nun
zünden wir immer am 1. eines jeden Monats ein Licht an, welches an Holly
erinnert.
Die Tage, Wochen, Monate danach waren schrecklich. Sie fehlte und fehlt allen
so sehr.
Immer weinen und immer die Frage: WARUM ???
Vor allem stellte sich für mich die noch größere Frage:
Was wird aus den anderen Kaninchen ? Was ist z.B. mit Moses, Hollys Partner
? Wird er vor Trauer auch sterben ?
Erst ein halbes Jahr nach diesem Ereignis ging es mir wieder besser. Ich fand
mich mit der Situation ab und sah auch positiv in die Zukunft.
Es wird wohl vielen Kaninchenbesitzern genau so ergangen sein wie mir, als ihr
erstes Kaninchen gestorben ist. Es ist immer schrecklich, die ganze Trauer,
der ganze Schmerz.
Aber glaubt mir, irgendwann, bei dem einen geht es schnell, bei dem anderen
dauert es, geht der Schmerz vorbei und man erinnert sich an all die schöne
Zeit, die gerade dieses Kaninchen einem gebracht hat.
Momentan beschäftige ich mich mehr mit dem Thema „Kaninchenkrankheiten“
und habe einen Bericht über Trommelsucht gelesen. Bei der Trommelsucht
haben die Tiere einen stark gespannten Bauch. Genau das hatte Holly auch. Heute
glaube ich manchmal, dass sie an einer Trommelsucht gestorben ist, weil diese
Krankheit auch nicht selten ist.
Aber warum hat uns dann die Tierärztin nichts gesagt ?
Zwei Fehler von einigen die bezüglich der Kaninchenernährung falsch
gemacht wurden
Ich möchte auf einige Fütterungsfehler, insbesondere Lagerungsfehle,
aufmerksam machen.
1. Wir kauften damals immer das Trockenfutter in 25kg Säcken von Raiffeisen
und lagerten es dann in einem gelben Sack verstaut in unserer Garage. Da wir
öfters am Tag an den Sack n mussten, vergaßen wir manchmal den Sack
wieder luftdicht zu verschließen.
Was passierte ?
Das Futter wurde mit der Zeit feucht und mein Vater meinte, dass wir es doch
in den Heizkeller legen sollen, damit es trocknet.
Ein großer Fehler ! Das Futter ist verdorben und muss sofort weggeschmissen
werden, am besten in den Biomüll und keineswegs auf den Kompost, sonst
laufen nachher die Ratten im Garten rum. Wenn jemand noch Trockenfutter füttert,
dann muss dieses in einer Futtertonne (bei großen Mengen) gelagert werden.
Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Tonne immer verschlossen
ist. Anstelle einer teuren Futtertonne aus dem Tiergeschäft kann man auch
einfach eine Wäschetonne z.B. aus dem Baumarkt holen.
2. Der Bauer, von dem wir sonst immer das Heu kauften, konnte uns keines mehr
geben, da er selbst zu wenig hatte und dieses an seine Kühe verfüttern
musste. So wandten wir uns an andere Bauern, aber keiner konnte etwas abgeben.
Uns blieb also nichts anderes möglich, als Heu aus dem Geschäft zu
kaufen, und das war überhaupt nicht billig. 3 Kaninchen fressen eine Menge
an Heu weg und das geht auf Dauer ins Geld.
Und so geht´s weiter:
Der Frühling kommt - 3 Kaninchen bekommen ein neues Zuhause
Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin,
der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die
Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über
mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick
zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen
sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten
Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten
Tierarztes erwerben kann.
Die Tipps ersetzten selbstverständlich
keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des
Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden
(z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser
Informationen entstehen.
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