Die Vorbereitung auf die Zusammenführung
von Christina Sagel
Am Mittwoch nahmen wir Lucky und Koti aus dem Gehege heraus, damit wir das
gesamte Gehege einmal gründlich reinigen konnten. Das ist wichtig, weil
ansonsten würden die „Stammtiere“ ihr Revier vor Neuankömmlingen
verteidigen und sie gar nicht akzeptieren.
Wir gruben ein wenig die Erde um und spülten das Gehegegestell im unteren
Bereich mit heißem Wasser aus dem Heißwasserkocher ab.
Bitte keine Chemikalien benutzen, dass ist schädlich für die Bewohner
!
Wir stellten zudem noch 2 Häuschen und 2 Röhren ins Gehege, damit
es auch genug Verstecke gab.
Der große Tag der Zusammenführung war gekommen
Jetzt war es endlich Donnerstag, Christi Himmelfahrt, und wir hatten vier freie
Tage.
Ich hatte ja schon ein wenig Magengrummeln, aber Yvonne sagte mir auch noch
mal, dass ich die Tiere auf keinen Fall wieder trennen dürfte, weil es
ansonsten nie klappen würde.
Schon am frühen Morgen, so gegen 9.00 Uhr, setzten wir sie alle zusammen.
Zuvor pflückten wir Gras und andere Leckerein und richteten so verschiedene
kleine Futterstellen ein.
Da wir nun mal keine 6 Hände haben, liefen erst Lucky und Koti frei im
Gehege herum und wir ließen auf 3 die vier anderen los und dann schnell
raus aus dem Gehege und die Tür zu. Wir wollten ja nicht auch noch bekämpft
werden !
Julia und ich haben uns schon zwei Klappstühle vor dem Gehege aufgebaut
um auch alles genau beobachten zu können. Mit einem Fotoapparat bewaffnet
machten wir ab und zu mal die Gehegetür auf und ich drückte schnell
ab. Kein Wunder, dass die Fotos etwas sehr verwackelt sind, es musste ja alles
flott gehen.

Die Rangkämpfe – Bonny jagt Lucky, im Hintergrund Löwenkopfmännchen
Chester
Tja, und wie sah der Verlauf der Kämpfe aus ?
Es war alles ziemlich durcheinander, weil es so viele Kaninchen waren. Zuerst
einmal war es aber so, wie es typisch ist. Jedes Tier kämpfte mit jedem,
mal mehr, mal weniger heftig, mal nur einmal, mal mehrmals. Alles dauerte dann
so ungefähr 3-4 Tage. Dann war Ruhe eingekehrt.
Schon schnell konnten wir die ersten Freundschaften feststellen. Die beiden
Böcke waren zusammen und die 2 Mädels Lucky und Koti. Bonny und Missy
konnten wir noch nicht so wirklich einordnen, aber ca. 2-3 Wochen später
erkannten wir, dass Bonny zu Koti und Lucky gehörte. Die kleine Missy schloss
sich Moses an.
Zwischendurch gab es natürlich immer wieder einige Streiterein, aber nichts
Ernstes.
Alle sechs Kaninchen beim Fressen – nur hier vertrugen sie sich noch
Ein großer Schock kam erst viel später...................
Nach ein paar Wochen dachten wir, dass jetzt nichts mehr passieren könnte,
aber dann kam genau das, was wir nicht erwartet haben.
Die Böcke ! Sie fingen an sich hysterisch zu kloppen, beide flitzten durch
das Gehege, bissen sich und, und, und ......
Was war nur los ? Waren es doch noch verspätete Rangkämpfe ?
Das ganze dauerte, ich weiß es nicht mehr ganz genau, ungefähr 2-3
Wochen. Eigentlich ja viel zu lang.
Ich schrieb Yvonne und bat sie um Hilfe. Sie meinte, dass ich erst noch mal
abwarten sollte. Das tat ich auch. Irgendwann ging es dann allmählich,
aber es gab immer noch Kämpfe zwischen den beiden Streithähnen.
Wir wollten ja nur, dass sie sich akzeptieren, sie müssen sich nicht mögen,
aber halt akzeptieren.
Folgende Beobachtungen habe ich in den nächsten Monaten gemacht:
Beim Fressen saßen die beiden öfter mal nebeneinander, was auch die
Fotos teilweise zeigen, aber Chester wurde immer öfter weggejagt. Manchmal
nahm er sich nur ein Stück Möhre weg und haute auch schon ab. Chester
war etwas dünn, das spürte ich, als ich ihm über den Rücken
streichelte. Ich spürte schon die Knochen, also bekam er mehr Pressfutter
als die anderen, das half aber auch nicht viel.
Ich habe beobachtet, dass eine ganze Zeit lang Moses über Chester stand,
und dieser auch bei den Mädels viel beliebter war als der Bubi.
Die Mädels, alle außer Missy (sie wurde von den anderen dreien ausgeschlossen)
hockten morgens immer auf den Holzplatten nebendem Stall und empfingen dort
die ersten Sonnenstrahlen. Es saß aber immer nur ein Bock bei den Weibern.
Meistens war das Moses.
Irgendwann gab es dann wieder Kämpfe und plötzlich wurde der sonst
so schüchterne Chester ganz wild. Er fing sogar mit den Kämpfen immer
an, obwohl Moses eine Zeit lang kein Interesse hatte am Kämpfen.
Jedenfalls ging das genau so den ganzen Sommer über weiter. Immer waren
wir der Auffassung, dass es doch mal irgendwann klappen muss, zudem ich in einem
Forum gehört habe, dass dort jemand 11 Böcke mit einem Weibchen zusammenhält.
Und da klappt es doch, warum denn bei uns nicht ? Warum ?
Ich fragte in zwei verschiedenen Foren nach, das eine ein spezielles Kaninchenforum,
das andere ein Nager- und Kleintierforum. Man sagte mir, dass das Gehege zu
klein sei und ich beide Böcke trennen solle. Mir wurde der Vorschlag gemacht
anzubauen oder im Falle einer Trennung ein neues Gehege zu bauen.
Aber ein neues Gehege ? Das würden meine Eltern wohl kaum erlauben, genauso
wenig wie anbauen. Also ließ ich die Gruppe erst noch so bestehen.
Eines Morgens, es war im September, ging ich die Nickels füttern und
sah, dass Moses rechtes Auge rot war mit Blut.
Ich packte ihn mir und schaute genauer hin. Das obere Lid wies einen Riss auf
und oben und unten am Auge war Blut.

Missy und Moses schmusen – Moses verletztes Auge
Daraufhin fuhren wir zum Tierarzt, damit dieser nach dem Auge schauen konnte.
Die Tierärztin entdeckte neben der neuen Verletzung noch eine ältere,
nämlich am unteren Lid.
Er bekam zwei Salben, die wir ihm 3 mal täglich ins Auge geben mussten.
Danach sprachen wir mit der Tierärztin noch über eine Trennung der
Böcke. Da Moses noch eine Bisswunde besaß und nun auch noch die Sache
mit dem kaputten Auge dazukam, empfiehl uns die Ärztin die Böcke zu
trennen.
Am Tag zu vor hatten Julia und ich uns auch schon überlegt, ob wir nicht
trennen sollten, trauten uns aber nicht es unseren Eltern zu fragen. Da kam
uns die Aussage der Tierärztin gerade wie gerufen.
Für meine Mutter kam es erstaunlicherweise auch nicht in Frage ein Kaninchen
abzugeben, zudem ihre Kinder bestimmt viel zu traurig darüber wären.
Also erlaubte meine Mutter ein neues Gehege zu bauen.
Und was meinte mein Vater dazu ?
Noch ein Stück von seinem geliebten Garten zu opfern ?
Schwer vorzustellen, aber nach einem Tag Wiederspruch stimmte er dann zu, zudem
er das Bauen von solchen „Häuschen“ recht interessant findet
und am Ende immer sehr stolz auf seine Werke ist.
Eine schwierige Frage stand uns dennoch bevor:
Wie sollen wir trennen ?
Welcher Bock muss raus ?
Die Antwort war für alle echt schwierig, zudem es weh tut eine Gruppe auseinander
zunehmen. Aber es musste nun mal sein. Wir sagten uns: Moses und Missy vertragen
sich sehr gut, aber anderseits kommt Moses so super gut mit den anderen 3 Mädels
zurecht. Chester ist ein richtiges Problemkind geworden, weil er kaum mit den
Mädels schmust und Missy Angst vor ihm hat.
Na ja, wir versuchten nach langer Überlegung unser Glück mit Missy
und Chester, aber dieser Versuch scheiterte innerhalb von nur zwei Tagen. Die
beide schmusten nicht, liefen immer von einander weg und so weiter.
Ab da war es uns klar, dass das nicht so weitergehen konnte, also nahmen wir
schweren Herzens Moses aus der Gruppe raus und setzten ihn zu Missy.
Wir trauten unsern Augen nicht, als wir wirklich sahen, dass man die beiden
nie hätte trennen dürfen. Sie lagen den gesamten Tag in der Sonne
und kuschelten und putzten sich gegenseitig. Wie süß ! Schon wieder
etwas gelernt.

Häsin Missy und ihr Bub Moses – die beiden gehören zusammen
Und was war mit Chester ?
Wir setzten ihn zu den Mädels und er jagte Koti und die anderen. Aber nach
ein paar Stunden wurde er wieder akzeptiert. Wie schön !
Ein paar Tage später sahen wir, dass die Gruppen perfekt waren.
Und so gehts weiter:
Bauanleitung des Pyramidengeheges
Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin,
der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die
Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über
mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick
zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen
sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten
Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten
Tierarztes erwerben kann.
Die Tipps ersetzten selbstverständlich
keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des
Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden
(z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser
Informationen entstehen.