Die Fütterung
von Christina Sagel
Immer und immer wieder beschäftigte ich mich mit der artgerechten Fütterung
von Kaninchen, las in Foren und auf guten Kaninchenseiten nach.
Schließlich erstellte ich mir mit Hilfe von einigen Experten einen Futterplan
für meine Kaninchen.

Einen Teil unseres Vorrates – das Heu in den 30l Eimern reicht für
2 Tage, dann muss wieder aufgefüllt werden – 20kg Möhren reichen
im Winter für 1-2 Wochen – in den grünen Eimer kommen die schwarzen
Stellen der Möhren (Abfall) – den pinken 5l Eimer nehmen wir immer
mit in die Gehege zum Füttern, er wird nachgefüllt, rechts: Eimer
zum Saubermachen – hinten: Streuballen
Fütterungsplan für 6 Kaninchen
Frühling/Sommer (Anfang April- Mitte, Ende September)
| Morgens |
Heu (Raufen voll) Frisches Trinkwasser
|
| Mittags |
Heu Grünzeug: ¾ - 1 roter Eimer:
Gras, Löwenzahn.Jeden 3ten – 5ten Tag einen großen Ast
zum knabbern mit Blättern. Frisches Trinkwasser
|
| Abends |
Heu Grünzeug: ¼ - ½ roter Eimer: Gras, Löwenzahn.Wenn
vorhanden: Salat (weniger), Feldsalat, Blumenkohlblätter (nur die
Blätter, kein Stiel), Kohlrabiblätter, Radieschenblätter
(nur die Blätter !)
Gemüse: pro Tier 1 Möhre, ansonsten: Gurke, Paprika, Brokkoli,
Kohlrabi, Apfel gering.Frisches Trinkwasser
|
Wöchentlich
Kräuter: pro Tier: 1 Stängel Petersilie, 1-2 Blätter Salbei oder
Stängel Zitronenmelisse
Herbst (Mitte, Ende September-Mitte November)
| Morgens |
Heu, Frisches Trinkwasser
|
| Mittags |
Heu Grünzeug: ½ blauer Eimer: viel
Gras, Löwenzahn. Wenn vorhanden: Salat (weniger), Feldsalat, Blumenkohlblätter
(nur die Blätter, kein Stiel), Kohlrabiblätter, Radieschenblätter
(nur die Blätter !), Runkelblätter Jeden 5ten Tag einen großen
Ast zum knabbern. Frisches Trinkwasser
|
| Abends |
Heu Gemüse: pro Tier 1-2 Möhren Ansonsten:
Gurke, Paprika, Brokkoli, Kohlrabi, Apfel gering. Evtl. frisches Trinkwasser
|
Wöchentlich
Kräuter: pro Tier: 1 Stängel Petersilie, 1-2 Blätter Salbei oder
Stängel Zitronenmelisse
Winter (Mitte November- Anfang März)
| Morgens |
Heu Pro Tier: 1 Möhre Frisches Trinkwasser
|
| Mittags |
Heu Pro Tier: 1 Möhre Frisches Trinkwasser
|
| Abends |
Heu Pro Tier: 1-2 Möhre(n) ansonsten: Gurke,
Paprika, Brokkoli, Kohlrabi, Wurzelgemüse, wie Sellerie, Pastinaken,
Topinambur, Petersilienwurzeln, rote Beete, Stück Fenchel, Runkeln,
Apfel (gering) Frisches Trinkwasser
Grünzeug: Feldsalat, Blumenkohlblätter (nur die Blätter,
kein Stiel), Kohlrabiblätter, Futterkohl
|
Wöchentlich
Blätter (1-3 Hände voll), wie Blutpflaume, Ahorn
Angaben: roter Eimer: 15l
Blauer Eimer: 10 l
Unser Heu- und Stroh Vorrat im ehemaligen Baumhaus - lange kommen wir damit
nicht hin
Anmerkung: Ich benutze keine Futterschalen, sondern verteile
das Futter im Gehege oder legen es auf einen Haufen. So gibt es keinen Streit
und ich finde es artgerechter. Zu trinken bekommen sie alles aus einer Bratpfanne.
Eine gebrauchte Bratpfanne hat einige Vorteile:
Sie kostet nichts, geht nicht kaputt, wenn sie fallen gelassen wird, es passt
viel Wasser rein und im Winter kann sie nicht kaputt gehen, wenn das Wasser
friert.
Kaninchenernährung in den vier Jahreszeiten – im Sommer kostenlos
– im Winter billig
Alles, was man für diese Art der Ernährung benötigt, ist
ein kleines Gemüsebeet und ein Stück „wilde Wiese“ und
ein bisschen Arbeit.
Ernährung in den Sommermonaten (April – September)
Heu
Heu kann man sehr gut selber machen. Einfach mit einer Sichel das hohe Gras
abmähen und trocknen lassen. Wenn es anfangen sollte zu regnen, dann empfiehlt
es sich das angehende Heu mit einer Folie abzudecken, damit es nicht erneut
nass wird. Meine Kaninchen mögen z.B. lieber Heu, welches noch nicht nass
geworden ist.
Wichtig ist, dass das Heu regelmäßig gewendet wird. An heißen
Tagen geschieht dieses am besten 3-5 mal täglich. Erst nach mindestens
6 Wochen und erst dann, wenn es wie Heu aussieht, also richtig trocken ist,
darf man es verfüttern.
Obst
Wer Obstbäume, wie Apfelbäume im Garten stehen hat, der kann die Äpfel,
welche einige Menschen nicht mehr essen würden, in Maßen an die Kaninchen
verfüttern.
Gemüse
Möhren, Brokkoli, Gurken, u.s.w können in einem Gemüsebeet angebaut
werden, wobei Möhren immer wieder neu nachgesät werden können.
Für den Winter ist es empfehlenswert noch zusätzlich Wurzelpetersilie,
Knollensellerie, Pastinaken, Fenchel, Stangensellerie u.s.w. anzubauen. Dieses
Knollengemüse kann man nämlich wunderbar lagern und nach und nach
verfüttern.
Grünzeug
Wer einen Garten hat, kann täglich frisches Gras und Löwenzahn sowie
einige Blumen pflücken gehen. Den Kaninchen schmecken diese leckeren grünen
Sachen bestimmt richtig gut und je mehr Gras gefüttert wird, desto weniger
Heu fressen sie. Meine Kaninchen mögen z.B. viel lieber Gras als Heu, deshalb
benötige ich in den Sommermonaten auch sehr wenig Heu.
Zweige/Blätter
Für den Zahnabrieb eignen sich Zweige zum Nagen. Sehr gerne fressen Kaninchen
auch die Blätter. Wer eigene Bäume im Garten hat, welche aber nicht
gespritzt sein dürfen, der schneidet einfach immer einen Ast ab.
Kräuter
Kräuter können in den Sommermonaten frisch verfüttert werden.
Aber immer nur in Maßen.
Ernährung in den Wintermonaten (Oktober – März)
Heu
Langsam geht der Heuvorrat bei den meisten wohl zu Ende und es muss neues Heu
her. Am besten fragt man bei einem Bauern nach, ob dieser nicht etwas abgeben
könnte. Ist dieses nicht der Fall, dann ist es ratsam in Zeitungen nachzuschauen.
Oft stehen dort Anzeigen und die Bauern geben meistens auch große Mengen
ab, was für Kaninchenbesitzer mit vielen Tieren zum Vorteil ist.
Der Bauer in unserer Stadt kann kein Heu abgeben, deshalb holen wir das Heu
immer bei einem Bauern aus der Nähe, auf welchen ich durch eine Zeitungsannonce
aufmerksam geworden bin. Da wir mit einem Ballen so ungefähr 3-5 Wochen
hinkommen, brauchen wir ziemlich oft Nachschub. Wir bezahlen 1,60€ pro
Ballen, welches sehr günstig ist.
Obst
Wer noch Äpfel gelagert hat, der kann seinen Tieren im Winter ruhig ab
und zu ein Stückchen davon geben.
Gemüse
Das im Sommer angebaute Gemüse, wie Wurzelpetersilie, Knollensellerie,
Pastinaken, Fenchel, Stangensellerie u.s.w kann nun verfüttert werden.
Möhren lassen sich leider nicht lagern, deshalb kaufen wir immer bei Raiffeisen
sogenannte Futtermöhren, welche in Silos gelagert wurden. Ein Sack (20kg)
reicht so ca. 1-2 Wochen und kostet zwischen 4 und 5€. Das ist auch noch
sehr günstig. Würde ich die Möhren im Geschäft kaufen, dann
wäre ich schon sehr arm. Das Ganze lohnt sich natürlich nur, wenn
man mehrere Kaninchen hat. Ansonsten werden die Möhren auch mal faul. Oder
man teilt sich einen Sack mit anderen Kaninchenbesitzern.
Am längsten halten die Futtermöhren, wenn man sie draußen lagert.
Wir haben sie in der Garage und dort ist es immer schön kalt. Bevor man
die Möhren allerdings verfüttert, sollten sie ins Warme gelegt werden.
Grünzeug
Wir haben Futterkohl und Feldsalat angebaut. So alle 3-5 Tage verfüttern
wir dieses, da Kohl auch nicht zu oft gefüttert werden sollte.
Ansonsten kann man auch aus Supermärkten das restliche Grün, z.B.
Kohlrabiblätter oder auch Blumekohlblätter mitnehmen. Dieses ist so
gut wie immer kostenlos. Bitte keinen Wirsing verfüttern, er wirkt äußerst
blähend !
Zweige/Blätter
Es können immer noch Zweige verfüttert werden, allerdings sind ja
nun keine Blätter mehr vorhanden. Um nicht auf Blätter zu verzichten
zu müssen sammelt man im Herbst einfach das Laub auf und es lässt
es gut trocknen. Im Winter können dann nur in Maßen z.B. als Beilage
zum Heu die getrockneten Blätter verfüttert werden.
Kräuter
Im Winter brauchen Kaninchen auf keinen Fall mehr Kräuter als im Sommer.
Es können Kräuter auf der Fensterbank angepflanzt werden oder man
greift auf Trockenkräuter zurück.
Was ist mit Trockenfutter ?
Das fragen sich jetzt bestimmt die Meisten.
Ich füttere kein Trofu ! Warum ?
Kaninchen brauchen es nicht, auch wenn sie draußen leben.
Trofu ist nichts anderes als die ganzen Leckereien, wie Drops oder Knabberstangen.
Auch in kalten Nächten wird es nicht benötigt. Es gibt nämlich
Leute, die füttern Trofu nur, wenn es draußen sehr kalt ist und das
ist komplett falsch ! Wenn es im Winter gefüttert werden möchte, dann
regelmäßig und nie zu viel.
Außerdem ist es teilweise das Geld gar nicht wert. Gutes Trofu, also das
ohne Getreide, kostet eine Menge Geld und man kann es doch viel günstiger
und vor allem natürlich ersetzen.
Alles über Trockenfutter kann unter folgendem Link nachgelesen werden:
www.diebrain.de
Also wie ihr gemerkt habt: Es ist möglich Kaninchen günstig und
gut zu ernähren.
Man sollte also nicht sagen: Mehr Kaninchen kosten mehr Geld.
Das ist eigentlich falsch, was man am Beispiel der Futtermöhren doch sehr
gut sehen kann.
Zum Schluss noch einmal ein Foto von den beiden Gehegen

Danksagungen
Ich möchte mich bei all den Personen ganz herzlich bedanken, die mir dabei
geholfen eine so wunderbare und artgerechte Kaninchenhaltung zu ermöglichen.
Erst einmal ein herzlichstes Dankeschön an meine Eltern, die meiner Schwester
Julia und mir diese Art der Haltung erlaubt haben. Ich bin froh, dass wir noch
ein zweites Gehege bauen durften und somit keine Kaninchen abgeben mussten.
Mein Vater hat uns immer bei dem Bau von Gehegen und den Ställen geholfen.
Vielmehr kann man eigentlich sagen, dass er die Gehege gebaut hat und wir geholfen
haben !
Auch möchte ich meiner Freundin Corinna danken. Sie hat beim Bau des ersten
Geheges mitgeholfen den Draht in die Erde zu verlegen und beim Bau des Nickeldaches
haben wir zusammen bei 30 Grad Hitze die Pflanzen, welche wirklich enorm tiefe
Wurzeln hatten, ausgemacht.
Es gibt eine Menge von Leuten die mir immer wieder meine Mails beantwortet
haben, die ich anrufen konnte und die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen.
Dazu gehören: Yvonne vom Tierheim Paderborn, Sandy vom Kaninchenweb, Diebrain,
die ganze Crew vom Kaninchenpoint Forum und noch viele viele mehr, die ich gar
nicht mehr alle aufzählen kann..........
Im Internet gibt es wunderbare Seiten über Kaninchen.
Aus den Artikeln und Erfahrungsberichten von anderen Kaninchenhaltern habe ich
eine Menge gelernt.
Hier sind die tollsten Homepages über Kaninchen:
www.kaninchenweb.de
www.kaninchenpoint.de
www.diebrain.de
Es gibt da aber auch noch ein super Buch über Kaninchen.
„Kaninchen verstehen“ von Ann MC Bride.
um guten Schluss noch eine Auflistung der Internetseiten, die sich Kaninchenfreunde
und Halter einmal anschauen sollten:
www.kaninchenweb.de
www.kaninchenpoint.de
www.diebrain.de
www.kaninchengehege.de
www.tierheim-paderborn.de unter Infos
www.kaninchenhilfe.de
www.kaninchen.at
Wenn ihr Fragen habt zu meinen Gehegen, wenn in den Bauanleitungen Unklarheiten
herrschen oder wenn ihr etwas Bestimmtes wissen wollt, dann könnt ihr mich
gerne per e-Mail kontaktieren. Jede Mail werde ich, so gut wie es geht, beantworten
und hoffentlich auch schnell.
Schreibt an: Nickelchen89@aol.com
Im „Betreff“ bitte das Wort „Kaninchen-Anfrage“ eingeben.
Sehr bald gibt es auch noch ein Fotoalbum im Internet, wo noch mehr Fotos von
den Gehegen und der Einrichtung zu sehen sind.
Eine eigene Homepage plane ich auch noch.........
Wenn es soweit ist, stehen die Adressen auf dieser Homepage.
Christinas Homepage
Christina mit Häsin Bonny
(geschrieben vom Juni bis 30.12.2004)
Christina Sagel
33034 Brakel
Nickelchen89@aol.com
Kaninchenweb bedankt sich bei Christina ganz herzlich für die tollen Beiträge!
Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin,
der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die
Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über
mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick
zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen
sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten
Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten
Tierarztes erwerben kann.
Die Tipps ersetzten selbstverständlich
keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des
Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden
(z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser
Informationen entstehen.
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