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Fritz
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Siehe auch:
Impfungen
Kaninchenschnupfen
Myxomatose

Chinaseuche RHD

Die Chinaseuche ist erst seit 1988 in Deutschland bekannt. Sie gelangte über ein infiziertes Angorakaninchen aus China nach Europa.
Bisher gehörte diese Erkrankung zu den anzeigepflichtigen Seuchen, da sie zu hohen Tierverlusten führt.
Ihre Merkmale sind Erstickungskrämpfe, Nasenbluten und ein rascher Tod. Es gibt keine Behandlung der Krankheit.
Einzige Behandlung ist die vorbeugende Impfung, die einmal im Jahr durchgeführt werden sollte. Da die Übertragungswege der Krankheit so vielfältig ist, sollten auch Wohnungskaninchen gegen diese tödliche Erkrankung geimpft werden.

Die Übertragungswege von RHD (Chinaseuche) sind z. B.:

  • Tröpfcheninfektion über die Luft
  • über RHD erkrankte Kaninchen (Vorsicht bei Wildkaninchengästen am heimischen Gehegen
  • durch Personen (Kleidung, Hände, Schuhe)
  • Futter jeglicher Art, Einstreu
  • Insekten

RHD verläuft in der Regel innerhalb kürzester Zeit tödlich. Aber es gibt auch milde Verlaufsformen. In diesem Fall wird die Krankheit meist nicht diagnostiziert. Es tritt für einige Tage Müdigkeit und Schlappheit auf. Das Tier wirkt apathisch. In der akuten Verlaufsform liegt die Sterberate bei ca. 90 %.

Der folgende Erfahrungsbericht stammt von Besitzern von Wohnungskaninchen, die im März 2001 mit dem Erreger vermutlich durch Grünfutter (ungespritzte Petersilie vom Markt) in Kontakt kamen.

Wir hatten 4 Kaninchen.
Twiggy, ca. 6-7 Jahre, weiblich, Mutter von Klopfer und Early, wurde vom Züchter gekauft und war nie krank.
Klopfer, 5 Jahre, männlich, Bruder von Early, war immer etwas kränklich.
Early, 5 Jahre, Schwester von Klopfer, Kampfkaninchen ;-), war nie krank.
Fee, ca 2 Jahre, mußte immer Niesen, wenn Sie nervös wurde, und stammte aus dem Tierheim.

Twiggy and Early waren zusammen und Fee und Klopfer wurden zusammen gehalten.

Am Sonntag gegen Abend saß Early zusammengekauert in einer Ecke und hatte völlig abgeschaltet. Sie wollte kein Fressen und auch keine Streicheleinheiten. War aber nichts Besonderes, da sie sich bei Stress immer so benahm.

Am Montag Morgen wurde Twiggi nervös und schlapperte Early nur noch ab und rannte immer zwischen Early und uns hin und her. Da wußten wir, dass etwas nicht stimmt. Aber es war schon zu spät, Early starb ein paar Minuten später.

Wir brachten Sie zum Tierarzt und tippten auf Herztot. Am Dienstag fing Fee genauso an, starb aber direkt auf dem Weg zum Tierarzt. Twiggy wurde sofort gegen RHD geimpft, starb aber Dienstag Abend. Sie war die Einzige, die dagegen angekämpft hat. Sie saß in Ihrer Ecke, zitterte ziemlich und der Kopf fiel immer zur Seite. Sie reagierte auch kaum noch auf uns.

Klopfer wurde auch geimpft, aber der Tierarzt meinte, das er keine Chance hätte. Zum Glück hatte er unrecht, er zeigte die ganzen letzten Tage keine Anzeichen dafür. Mag es an seinem langsamen Stoffwechsel oder an seiner immer verstopften Nase gelegen haben, wir wissen nicht, warum er es geschafft hat und die anderen so schnell gestorben sind.

Die Kaninchen waren sehr kalt, besonders die Ohren, als die ersten Anzeichen auftraten. Die motorischen Fähigkeiten ließen schlagartig nach, wenn man das Kaninchen aufgehoben und wieder hingesetzt hat, blieb es in den unmöglichsten Stellungen sitzen oder liegen. Es wurde nichts mehr gefressen, ein Zittern war zu beobachten, es traten aber keine Blutungen aus Nase oder Mund auf.

Wahrscheinlicher Überträger der Seuche war vom Markt erworbene, ungespritzte Petersilie. Klopfer war auch das einzige Tier, dass nichts von dem Grünfutter angerührt hat.

(Alles Gute für Klopfer und vielen Dank an Eva & Frank für den Bericht!)




Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
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