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Kaninchen zähmen
Leitfaden für Kaninchenneulinge

Kaninchen im Gartenauslauf

Viele Besitzer halten ihre Kaninchen im Sommer tagsüber in einem festen oder transportablen Freigehege auf dem Rasen. Daraus resultieren viele Fragen, die im Laufe der Zeit an mich gestellt wurden:

Schadet es dem Kaninchen, wenn es feuchtes Gras oder Grünfutter zu sich nimmt?

Kaninchen, die Grünfutter gewohnt sind(!), macht nasses Gras nichts aus. Sind Kaninchen generell wenig oder kein Grünfutter gewohnt, kann die Futterumstellung Blähungen und Kolliken verursachen. Daran müssen Kaninchen langsam gewöhnt werden (insbesondere auch bei der Winter - Frühlings - Futterumstellung, wo es leider bei zu schnellem Wechsel zu mehr Nassfutter hinzu Kolliken / Blähbäuchen kommt).

Es hängt also nicht davon ab, ob das Futter nass oder trocken ist, sondern generell, ob ihre Verdauung an Grünfutter gewöhnt ist oder nicht.

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Muss ich mein Kaninchen bei Regen zurück ins Haus holen?

Regen (oder auch Schnee im Winter bei ganzjähriger Außenhaltung) macht den Tieren nichts aus ... - vorausgesetzt: sie haben als Schutzmöglichkeit eine wetterfeste Hütte zur Verfügung. Doch ihr Fell ist der beste Schutz. So macht ein wenig Niesel den Tieren überhaupt nichts aus und sie stören sich nicht daran auch im Regen draußen zu grasen. Das Fell ist aufgerichtet und der Regen bleibt an der Oberfläche haften, so dass sie nicht bis auf die Haut nass werden. Dies ist nur bei heftigeren Regen der Fall oder ... wenn man die Tiere mit dem Handtuch trocken reiben will! Das aufgerichtete Fell sorgt für einen Luftpuffer, der sie zudem schön warm hält (somit macht auch der kältere Wind nichts aus!).

Bevor der Regen allzu heftig wird, ziehen sich die Kaninchen freiwillig ins trockene Hüttchen zurück. Man muss und soll sie also nicht zu ihrem Glück zwingen!

Nasses Fell trockenen die Kaninchen durch Fellschütteln und Putzen schnell wieder. Es ist also nicht nötig die Tiere zu föhnen oder mit dem Handtuch abzutrockenen!

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Wie halte ich das Gehege sauber?

Kaninchenknödel sind guter Dünger! - Man sollte das Freigehege, wenn es sich um ein transportables handelt, jedoch immer mal versetzten, sonst sind nicht die Knödel das Problem, sondern, dass es bald kein Gras mehr dort gibt (weil alles gefressen)- Hasenknödel sind sogenannter "heißer Dung", vergleichbar mit Pferdemist. In großen Mengen "verbrennt" es die Erde, ansonsten ist es ein wunderbarer Phosphordünger.
Bei einem festen Gehege, wird das Gras bald verschwunden sein (sie fressen es ... es hat keine Chance, leider!). Dann kann man eine Einstreu aus Mulch z. B. machen. Den Dung kann man regelmäßig z. B. mit einem kleinen Rechen entfernen und im Garten verteilen.

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Wie gestalte ich das Gehege "ausbruchsicher"?

Entweder gießt man einen Betonboden aus - damit die Tiere sich nicht ausbuddeln, oder man versenkt in einer gewissen Tiefe ein festes, rostfreies Gitter oder stabilen Draht, oder ihr versenkt so ca. 1/2 Meter tief um das Gehege herum eine "Betonbordüre" in der Erde. Generell buddeln Kaninchen sehr stark und das ist auch gut so, weil es ihre Krallen schön abnutzt. Der Drang sich eine Höhle zu bauen ist sehr stark. Aber der Boden ist nicht immer geeignet für die Höhlenlandschaft. Deshalb den Höhlenbau, bzw. das Durchbuddeln unter das Gehege durch ein versenktes Gitter unterbinden und Streu (wie z. B. Mulch) darauf legen. Ist das Freigehege nämlich nicht transportabel, wird bald auch kein Gras mehr wachsen bzw. vorhanden sein. Die meisten Kaninchengehege sehen nach kurzer Zeit recht kahl aus :-)

Das Gehege sollte zudem auf jeden Fall von oben mit einer Abdeckung gesichert sein, da Kaninchen sonst Opfer von Raubtieren (Katzen, möglich auch Greifvögel) werden könnten. Es ist auch nicht ganz auszuschließen, dass Kaninchen über eine niedrige Brüstung springen ..., wobei niedrig durchaus höher gemeint sein kann, als man denkt. Ich habe bei meinen Kaninchen durchaus schon Sprünge auf 0,8 - 1 m Höhenunterschied gesehen! (Die Motivation war besonders leckeres Grünzeug)

Erstaunlicherweise habe ich zwei junge Kaninchen mal beobachtet, als sie gekonnt die Pfötchen in den Maschendraht ihres Geheges an einer Ecke setzten und gut 40 cm wie auf einer Leiter daran hochgeklettert sind.

Wenn Kaninchen längere Zeit im Gehege sind, finden sie die Schwachstelle zum Ausbruch. Garantiert.

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Wie fange ich meine Kaninchen nach dem Auslauf im Garten wieder ein?

Das Umsetzen z. B. in den Käfig haben die Häschen natürlich nicht gern. Deshalb sollte das Tier einen positiven Anreiz zum Abschluss des Gartenaufenthaltes geboten bekommen. Natürlich geht das über das Essen, die zweitliebste Beschäftigung der Kaninchen, neben dem ausgelassenen Rumtoben. So sollte das Fertigtrockenfutter prinzipiell dem Kaninchen erst nach dem Freilauf oder Aufenthalt im Garten zur Verfügung stehen. Tagsüber reicht die Gabe von Heu und Grünfutter (sofern die Tiere es gewöhnt sind, sonst Kollikgefahr!) vollkommen aus. Ausreichend Wasser nicht vergessen, Kaninchen haben Durst! Das Trockenfertigfutter ist aufgrund des meist hohen Getreideanteils sowieso eine Leckerei (es sei denn es handelt sich um hochwertige, langfaserige, rohfaserreiche Pelletware), das ihnen abendliche Einkehr "versüßen" und verschönern wird.

Meine Kaninchen sind so nach dem Freilauf im Garten (!) lange Zeit freiwillig - aus eigenem Antrieb(!) - in den Käfig zum geliebten Futternapf gesprungen (obwohl sie den ganzen Tag den Garten leergefuttert hatten). Dann waren sie müde und zufrieden und mir überhaupt nicht böse :-)

Generell würde ich aber empfehlen die Tiere ganzjährig draußen zu halten, wenn die Möglichkeit gegeben ist. Es erspart viele Probleme und viel Stress und ist natürlich die artgerechtere Variante, da meist mehr Platz zur Verfügung steht.

Je nachdem, wie es im Garten möglich ist - (Stichwort: Ausbrechschutz) - sollten die Kaninchen zusätzlich auch im Garten regelmäßig Freilauf genießen. Ein Gehege - so groß es auch immer sein mag - ist nie groß genug. Außerdem ist der Garten natürlich höllisch interessant für sie. Man bekommt sie dann eben normalerweise mit leckerem Trockenfutter wieder freiwillig in ihr angestammtes Revier zurück (sofern man konsequent Trockenfutter / Leckerlis nur nach dem Auslauf füttert).

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Giftpflanzen im Garten

In vielen Gärten finden sich Pflanzen wie Efeu, Thuja (Lebensbäumchen), Maiglöckchen, Forsythien, Salomonsiegel, Wilder Wein, Goldregen, Pfingstrosen usw. - Alle diese Pflanzen sind giftig. Häufig werden sie dennoch von den Kaninchen benagt. Manchmal sogar in größeren Mengen verzehrt. Viele Kaninchenbesitzer haben darum Angst vor einer Vergiftung.

Keine Panik, wenn sich solche Pflanzen im Garten befinden. In unserem Garten werden alle diese Pflanzen benagt, manchmal sogar mehr, als mir lieb ist, aber sie haben es bis jetzt alle gut überstanden ohne Probleme. Dennoch ist Vorsicht geboten, wenn das Kaninchen keine Wahl hat an anderes Grünfutter zu kommen, weil das Freigehege eben ungünstig bei einer Giftpflanze wie Efeu z. B. steht. Grünzeug ist verführerisch. Kaninchen lieben frisches Grün und würden eben auch notfalls diese Pflanzen in zu hohen Dosen konsumieren, wenn sie keine Alternativen haben.

Ansonsten schmecken Giftpflanzen meist nicht sehr gut, was eben ein Kaninchen nicht unbedingt nicht davon abhält daran zu knabbern. Kaninchen haben auch keine angeborene "Giftpflanzenalarmanlage". Sie lernen die Wirkung einer Pflanze entweder durch Abschauen von anderen Kaninchen (meist der Mutter, was aber bei Kaninchenheimtierhaltung seltenst gegeben ist) oder durch eigenes Probieren. Neue Pflanzen beknabbern die Tiere normalerweise erst vorsichtig (außer eben, sie haben keine Alternativen), dadurch testen sie, ob ihnen die Pflanze bekommt und ob es schmeckt.

Viele Giftpflanzen schmecken bitter, was uns Menschen davon abhält sie zu essen. Die Giftigkeit von Efeu, Thuja, Goldregen, Forsythie, Maiglöckchen, ist durchaus hoch ... es kommt aber immer noch auf die Dosis des Giftes an und welche Teile die Tiere daran knabbern. Vielleicht sind unerfahrene Jungtiere hier gefährdeter, als ältere Kaninchen mit Freilauferfahrung. Bei genügend gesunden Grünangebot würde ich die Gefahr einer Vergiftung an diesen Pflanzen jedoch als nicht sehr wahrscheinlich einschätzen.

Meine Kaninchen kommen mit dem "giftigen" Pflanzenangebot im Garten jedoch gut und problemlos zurecht. Dennoch ist es gut zu wissen, was giftig ist ... ich denke dabei jedoch weniger an die Kaninchen, als z. B. an kleine Kinder, die weit höher gefährdet sind.

Auch viele Kräuter sind übrigens als giftig zu bezeichnen. Dazu gehört auch der bei Kaninchen beliebte Löwenzahn, Salbei, Rosmarin ... gerade die ätherischen Öle darin sind giftig. Aber nur in sehr, sehr hohen Dosierungen. In kleinen Mengen genossen, haben sie wohltuende Wirkung auf unseren Organismus, und dem Organismus der Tiere ebenso. Lavendel wird beispielsweise von meinen Kaninchen konsumiert, wenn sie den Eindruck von Bauchweh machen. Ein Stengel Rosmarin pro Gartenauslauf gehört zur typischen Winterkost. Anscheinend stärken sie das Immunsystem. Genauso wie die Rinde junger Thujabäume im Winter (bitte nicht füttern, ist stark giftig ...!), die von meinen Häschen gezielt, aber nur in kleinen Mengen benagt wurden in der Winterzeit.

Fazit: das Gartengehege sollte entfernt von Giftpflanzen aufgestellt werden, weil das Nahrungsangebot dann zu beschränkt wäre und die Tiere wahrscheinlich mehr von der Giftpflanzen knabbern würden, als gut für sie wäre. Wenn die Kaninchen den ganzen Garten zum Auslauf zur Verfügung haben und dort gezielt an einer giftigen Pflanze knabbern, ist das aber kein Grund zur Panik. Im Normalfall schreckt sie der bittere Geschmack ab, oder sie lernen oder haben gelernt, seine Wirkung einzuschätzen. Jungkaninchen sind allerdings unerfahren und Grünpflanzen aller Art (auch die gesunden) können im Übermass und bei mangelnder Gewöhnung sowieso zur Gefahr werden. Bitte, junge Kaninchen müssen immer erst langsam an Grünfutter gewöhnt werden, sonst besteht die Gefahr von Kolliken!

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Gartenteich im Garten

Wenn Kaninchen im Garten unterwegs sind, haben manche Besitzer Angst, die Tiere könnten in den Gartenteich fallen und sorgen sich um eine kaninchensichere Absperrung.

Unsere Kaninchen leben schon immer mit einer großen Wasserfläche im Garten. Unsere ersten Kaninchen machten einen weiten Bogen um das Wasser. Die zweite Generation an Kaninchen war weniger ängstlich ... das verführerische Grün der Seerosenblätter hatte es ihnen angetan und schwupps ... sprang ein besonders keckes Häschen auf das Seerosenblatt und ... versenkte sich ins Wasser. Wir saßen beim Frühstück. Unsere Panik war sicherlich groß und wir suchten nach den Teichkäscher um das strampelnde Tier wieder heraus zu fischen. Bis wir da waren, hatte sich das Kaninchen aber schon selbst gerettet.

Wir haben es dann im folgenden noch öfters erlebt, als unsere Kaninchen nämlich gegeneinander in den Krieg zogen ... - Diese Generation der Häschen führte bewusst die Rangkämpfe am Teichrand aus. Es gehörte wohl zum Kampf, den Gegner ins Wasser zu balgen. Jedenfalls gingen meine beiden jungen Rammler regelmäßig ... baden. Und auch wenn es den Häschen überhaupt nicht gefiel, so konnten wir studieren, was ich bislang nur einmal in einer Naturdokumentation von Australien gesehen hatte: Kaninchen können schwimmen. Hundegraulähnlich bewegen sie sich im Wasser fort. Es gefällt ihnen nicht zu baden. Nass zu werden macht nun mal keinen Spass. Aber es scheint ein Instinkt zu sein. Bitte probiert es aber nicht aus. Es gibt auch sehr ängstliche Kaninchen, die stressbedingt untergingen. Aber im Prinzip wissen Kaninchen was Wasser ist (sie kennen auch Eis im Winter und hoppeln dann über den zugefrorenen Teich), meiden das Wasser ... und wenn sie hineinfallen würden und der Teich es zulässt (zu steile Ufer können für Kaninchen unüberwindlich sein!), kommen sie auch wieder schwimmend an Land.

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Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
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