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Artikel online seit 12.07.2004
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Das Gericht tagt ...

von Helga Behringer

© 2004

Willi hatte großes Glück gehabt.

Da er am Auge an der Iris eine Hautverdickung hatte und somit nicht so schön war, wie seine Geschwister, wollte ihn niemand kaufen. Als ganz junges Häschen trennten ihn seine Menschen von seiner Mutter, setzten ihn auf einer Wiese aus und überließen ihn sich selbst.

Ein Kind fand ihn und brachte ihn ins Tierheim. Dann holte ihn ein Ehepaar ab. Er hatte es ganz gut bei diesen Leuten, aber als sie ein Baby bekamen, war er auch dort überflüssig. Er merkte sehr genau, dass man ihn loswerden wollte, denn er machte ja Arbeit. Man musste doch seinen Käfig sauber halten und ihn füttern. Willi wurde sehr traurig darüber und saß nur noch rum.

Das Ehepaar fand schließlich eine alleinstehende Frau, die schon zwei andere Kaninchen hatte, und bereit war Willi aufzunehmen. Am Anfang war er furchtbar ängstlich. Alles war neu, roch ungewohnt und seine zwei Mithasen musste er auch erst kennen lernen.

Aber nach einer Woche stellte er fest, dass es hier gar nicht so schlecht war. Tagsüber, wenn die Frau arbeiten musste, verbrachte er die Zeit in seinem großen Einzelkäfig in der Wohnung. Er hatte viel Platz, das Essen war hervorragend und sein Käfig wurde täglich ausgemistet.

Vor der Arbeit und abends, wenn die Frau zu Hause war, durften er und die zwei anderen aus ihren Ställen in den Garten. Dort war immer etwas los. Die Vögel zwitscherten und manchmal kamen die Nachbarskatzen zu Besuch und räkelten sich auf der Terrasse.

Auch in der Wohnung konnten sich die Hasen überall frei bewegen. Es gab nur eine Bedingung: Sie mussten ihr "Geschäft" in einem Katzenklo verrichten. Willi brauchte einige Zeit, bis er verstand, was sein Mensch meinte, wenn er sagte: " Willi, geh´ ins Dixi!"

Die anderen zwei Hasen waren Zedro, genannt Zedrööööchen oder Öööööchen und Ramin, der Inchen gerufen wurde.

Vor vier Jahren schlüpfte Zedro durch ein Loch im Zaun in den Garten der Frau. Er war halb verhungert und voller Läuse. Sie hatte Mitleid und pflegte ihn bis er ein stattlicher Rammler war mit glänzendem Fell und ordentlich zugenommen hatte. Ihre Devise war: " Ein Tier, das einmal bei mir eingezogen ist, bleibt bis es stirbt."

Sie hatte Zedro schon oft gefragt wo er herkäme und was er erlebt hatte, aber er sprach nicht über seine Vergangenheit.

Inchen, der Dritte im Bunde, war der kleinste in seinem Wurf und bekam zu wenig Futter, weil ihm seine größeren Geschwister alles wegfraßen. Deshalb brachte man ihn zum Aufpäppeln. Auch Inchen blieb gleich da.

Weiterlesen? ... Hier kannst du die ganze Geschichte als pdf lesen Das Gericht


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Herzlichen Dank an Helga und Tilo für die Geschichte!


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