Artgerechte Haltung von Kaninchen
Kaninchen sind Gruppentiere.
Allein gehalten fühlen sie sich einsam, langweilen sich und werden
mit der Zeit apathisch. Selbst ein noch so aufmerksamer menschlicher Spielpartner
kann auf Dauer die intensiven Knuddelphasen mit Artgenossen nicht ersetzen.
Doch die Gruppenhaltung im engen Käfig ist nicht so einfach.
Innerhalb der Gruppe herrscht eine strenge Hierarchie und die will erkämpft werden.
Rangeleien sind vorprogrammiert. Werden die Kaninchen im großen Freigehege gehalten,
können sie sich während der temporär auftretenden Rangeleien eher aus dem Weg gehen.
Dagegen kann die Käfighaltung zu einer stärkeren Aggressivität führen. Also
lieber Einzeltierhaltung? Ich meine nein. Die Tiere verlieren einen wichtigen Bestandteil ihres
Lebens. Soziale Kontakte sind für Kaninchen lebenswichtig. Weitere Tipps zur Haltung
finden Sie hier: Kaninchen in der Gruppe / Rangkämpfe / Eingewöhnung von neuen Mitbewohnern
Kaninchenwohnung Kaninchen sind sehr neugierige, bisweilen sehr aktiven Tiere. Der
Käfig kann nie groß genug sein. Trotzdem sollte das Kaninchen
täglich nach Herzenslust hoppeln und toben dürfen. Am besten gefällt es dem
Kaninchen jedoch im Garten. Ein Freigehege ist das ideale Heim. Wenn einige Dinge beachtet werden,
kann es dort sogar problemlos überwintern. Aber dann bitte auf keinen Fall allein!
Draußen hat das Kaninchen gewöhnlich weniger Ansprache und verkümmert rascher.
Wer seinen Kaninchen etwas Gutes tun will, muss oft selbst zum Baumeister werden.
Tipps zum Bau eines Freigeheges.
Nachwuchs Die Fruchtbarkeit der Kaninchen ist sprichwörtlich.
Bereits nach dem vierten Monat sind die Kaninchen geschlechtsreif.
Ab da können sie jeden Monat 4-6 Kaninchenjungen auf die Welt setzen.
Mehr Informationen zur Entwicklung der Jungen finden Sie unter:
Entwicklung des Nachwuchses.
Rammler sollten kastriert werden. Inzwischen sind auch Frühkastrationen möglich, d. h.
vor dem Eintritt der Geschlechtsreife. Der Rammler sollte jedoch so weit entwickelt sein, dass er die
Narkose unbeschadet übersteht. Frühkastrationen haben den Vorteil, dass der Rammler keine
Trennzeit von den Weibchen braucht und sofort wieder in die Gruppe integriert werden kann. Der Nachteil: bei jungen Tieren
ist das Narkoserisiko größer. Gesundheitliche Nachteile im Bezug auf Wachstum und körperliche Entwicklung sind
für den Rammler laut Literatur und bisherigen Erfahrungen nicht zu erwarten. Laut mancher Literatur sind bei Frühkastrationen keine Verhaltensänderungen zu erwarten,
aber das kann ich nicht glauben. Den Erfahrungen von Tierbesitzern zufolge, sind früh kastrierte
Rammler unkomplizierter, verschmuster und umgänglicher.
Für ein Hauskaninchen ist das kein Nachteil und wird von den Kaninchenbesitzern
sogar begrüßt. Ich selbst habe mir noch keine endgültige Meinung über Frühkastrationen gebildet, bin aber zwiegespalten.
Meine Kaninchen wurden alle nach Eintritt der Geschlechtsreife kastriert und haben dadurch ihr sehr männliches Verhalten behalten. Den Mädels gefällts.
Bis auf die Tatsache, dass sie keine Kinder zeugen können, sind sie ganze Männer, mit allen Vor- und Nachteilen und eben auch ihren Aggressionen, ihr Urin spritzen, ihre Rangkämpfe und die
wunderbarsten, der wunderbaren Schmuseeinheiten, wenn sie alle auf einem Haufen liegen und sich gegenseitig die Köpfe schlecken.
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