Hautpilzerkrankungen - (Mykosen)



"...an der Nase und an den Ohren entstanden kleine runde Flecken."


Herzlichen Dank an Melli, für die zur Verfügungstellung der Fotos.
Surftipps - weitere Infos
Entzündeter Hinterlauf durch Hautpilz
Bericht-Tierärzteverband
Mikrosporie
Hautpilzerkrankungen sind nicht ganz unproblematisch, denn bei sehr engen Kontakt mit dem Tier kann die Krankheit auf den Menschen übertragen werden. Besonders Frauen und Kinder sind gefährdet, weil sie einen "innigeren" Kontakt zu ihrem Haustier pflegen. (Siehe auch: Surftipps).
Darum ist Hygiene auch äußerstes Gebot. Waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit dem erkrankten Tier die Hände und sorgen Sie für eine gründliche Desinfektion des Käfigs und aller Gegenstände, mit denen das Tier in Berührung gekommen ist.


  • Symptome
  • Ansteckung und Ausbruch
  • Behandlung
  • Homöopathische Massnahmen
  • Symptome
    Die ersten Krankheitssymptome lassen sich meist an den Augen, dem Nasenrücken und am Ohrgrund erkennen. Häufig sind die Veränderungen ringförmig und die Haare lassen sich büschelweise ausziehen. Im weiteren Verlauf ist die Haut leicht verdickt, etwas gerötet und schuppig. Schuppen- und Borstenbildung im fortgeschrittenen Stadium ist typisch. Auch der wallartige Rand deutet auf eine Pilzinfektion.
    Juckreiz kann bei Bekratzen der befallenen Stellen zu weiteren Erkrankungen führen, wodurch Vereiterungen der Haut auftreten. Im schlimmsten Fall kann durch das heftige Benagen, Wunden auftreten, die bis zum Knochen gehen.

    Ansteckung und Ausbruch
    Woher stammt die Pilzerkrankung? - Häufigster Übertragungsweg ist durch direktem Kontakt von Tier zu Tier (auch von Hund, Katze oder anderen infizierten Nagern). Aber auch "verseuchte" Stallgeräte oder mit Hautpilz infizierte Menschen können die Krankheit übertragen. Nicht ganz auszuschließen ist zudem feucht gewordenes, verdorbenes, schimmeliges Heu.

    Häufig auch die Übertragung innerhalb eines Bestandes von Muttertier auf Junges, wobei das "Muttertier" selbst keine Symptome zeigen muss. Diese latent infizierten älteren Tiere stecken permanent ihren Nachwuchs an. Deshalb sollte man sich beim Kauf eines Jungtieres im Zoogeschäft, beim Züchter oder auch im Tierheim besonders auf die äußeren Umstände achten. Eine Pilzinfektion ist meist eine Sekundärinfektion, das bedeutet, dass noch andere ungünstige Umstände zum Ausbrechen der Krankheit beitragen. (Leider kommt es immer wieder vor, dass in Zooläden Geschäfte mit erkrankten Tieren gemacht werden - sei es aus schlichter Unkenntnis, mangelnder Hygiene oder Profitgier. Manchmal stammen die Tiere aus "pilzverseuchter" Zucht.)

    Bei Hautentzündungen, die durch Hautpilze verursacht werden, kommen meist ein oder mehrere Faktoren zusammen. Verletzungen, die durch Kratzen bei Juckreiz entstehen, können pilzbedingte Erkrankungen auslösen. Unzureichende oder falsche Ernährung, schlechte Haltungsbedingungen, sowie andere Erkrankungen, die die Immunitätslage beeinflussen können, führen zu einer Abschwächung der Immunabwehr und ermöglichen dadurch erst das Ansiedeln des Pilzes. Natürlich können auch Streßfaktoren Auslöser sein: z. B. neue Umgebung, Rangkämpfe, Scheinschwangerschaften...
    Jungtiere sind besonders bei Ansteckung "latent" erkrankter Alttiere betroffen, die selbst keine Symptome zeigen. Hier sind die Abwehrkräfte noch nicht voll entwickelt.

    Behandlung
    Handelt es sich um eine "Bestandserkrankung", die eigentlich selten vorkommt, wird in der einschlägigen Literatur der Einsatz von Arzneimitteln über das Futter empfohlen. Allerdings schneiden diese Medikamente laut Erfahrungsberichten von betroffenen Tierbesitzern eher schlecht ab.

    Im Normalfall sind jedoch nur Einzeltiere erkrankt, und es kann mit geeigneten Medikamenten (Antimykotika) eine örtliche Behandlung durchgeführt werden.

    Hautpilzerkrankungen erfordern eine unbedingte Behandlung durch einen kaninchenerfahrenen Tierarzt!

  • Scheren der befallenen Hautpartie

  • Als wichtigste Maßnahme wird das Freischeren der betroffenen Hautpartien genannt. Besonders, wenn die infizierten Stellen nicht bereits völlig kahl sind, ist das Scheren zu empfehlen. Pilze pflanzen sich bekanntermaßen durch Sporen fort, die in den umgebenden Haaren der betroffenen Hautstellen sitzen. Durch das Scheren der Haare wird bereits ein Großteil des Pilzes und dessen Sporen entfernt.
  • Bad im Pilzmittel oder lokale Salben

  • Imaverol (Enikonazol) als 2%ige Lösung wird als Bad oder zum Betupfen lokaler Stellen genutzt (Tierarzt). Der Vorteil eines Bades liegt auf der Hand. Die im Fell verteilten Sporen werden mit ausgewaschen oder beseitigt. Bei lokaler Behandlung besteht also immer das Risiko, dass die Erreger noch an anderen Stellen haften. Der Nachteil: Ihr Tier wird sich nicht sonderlich darüber freuen (Stress!), gehen Sie also sorgsam vor. Füllen Sie die Badeschüssel nur halb mit Bademittel, und verteilen den Rest mit einem Schwamm (der hernach allerdings entsorgt werden sollte); Das Tier muss allerdings bei der ersten Behandlung patschnass werden. Danach in ein Handtuch wickeln und - je nach Außentemperatur - wärmen. Am Besten Sie tragen Handschuhe, noch besser, Sie sind zu zweit. Einer, der das Tier hält und beruhigend auf ihn einwirkt, ein Zweiter, der sich auf die Behandlung konzentrieren kann.
    Mehrmalige Wiederholung des Bades im Abstand von zwei - drei Tagen ist notwendig, gleichzeitig muss die Desinfektion des Käfigs durchgeführt werden.

    Als lokale Salben stehen z. B. zur Verfügung: Clotrimazol (Canesten), Panologsalbe (Wirkstoff Nystatin, Breitspektrumantimykotium), jedoch mit dem oben bereits erwähnten Nachteil, dass die Sporen noch im Rest des Pelzes sitzen können und zu erneuten Erkrankungen führen können.

  • Desinfektion des Käfigs und aller Gerätschaften, mit denen das Tier in Berührung kommt.

  • Absolut notwendig ist es, dass das Tier nach dem Pilzbad in einen zuvor desinfizierten Käfig gesetzt wird. Natürlich haften die Sporen am Gitter und Streu und ohne die Desinfektion des Käfigs steckt sich das Tier sonst neu an!
    Das Desinfektionsmittel muss für Kaninchen geeignet sein und pilztötend (Fungizide) wirken. Trotzdem ist es nicht ungefährlich. Das Kaninchen darf nie während der Desinfektion im Käfig sitzen! Für gute Durchlüftung sorgen. Natürlich darf das Tier erst nach der Einwirkzeit in den Käfig zurück!
    Die Desinfektionsmittel haben eine gewisse Einwirkzeit von 1 - 4 Stunden. Ich habe zwei Mittel mit niedriger Einwirkzeit gefunden, die aus einem Kaninchenkrankheitenbuch stammen (nehme also an, dass sie für die Tiere geeignet sind - trotzdem, besser beim Tierarzt nachfragen!):
    • M & ENNO - VETERINÄR A (Menno Chemie Vertriebs GmbH) - 2%ige Lösung; Einwirkzeit 1 Stunde
    • VENNO-VET 1 (Venno GmbH) - 1%ige Lösung; Einwirkzeit 1 Stunde
  • Homöopathische Massnahmen

  • Zur Unterstützung der eigentlichen Behandlung, gibt es einige homöopathische Mittelchen. Wichtig ist bei hierbei natürlich die Unterstützung der Abwehrkräfte. Klassisches Mittel: Echinacea angustifolia D6
    Sulfur D30 (Umstimmungsmittel bei allen Hauterkrankungen)
    Psorinum D30 (bei nässenden Ekzemen und Hautentzündungen)
    Kreosotum D6 (nässenden, borkigen Ekzemen, widerlichem Geruch, Störung des Allgemeinbefindens)
    Hepar sulfuris D6 (als Eitermittel bei Eiterungen)

    Empfohlen wird auch eine homöopathische Leber- und Nierenbehandlung, die die Ausscheidung der Giftstoffe aus dem Körper fördern soll:
    Caduus marianus D2 (als Lebermittel)
    Berberis D4 (als Nierenmittel)

    Mehrmals täglich können davon je 5 Globuli verabreicht werden (Trinkwasser oder in einem geschälten Apfel).



    Literatur:
    Kaninchenkrankheiten (Patient Tier, Winkelmann/Lammers, Ulmer Verlag)
    Kaninchen - Homöopathie und Kräuteranwendung (Dr. Alois Weber, Ennsthaler)

    Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
    Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
    Vielleicht können Sie zu diesem Thema noch einen Tipp geben? Haben Sie Erfahrung mit der Erkrankung? Oder ist einer der Links defekt? Schreiben Sie mir...
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