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Siehe auch:
Liebe geht durch den Magen
Speiseplan des Kaninchens
Verdauungsprobleme / Trommelsucht
Kokzidiose - Besondere Gefahr für Jungtiere

Gesund & fit - Die "Herbstdiät"

Gesunde Ernährung in jeder Jahreszeit

Hier finden Sie folgende Themen:

Was ist eigentlich gesunde Kaninchenkost?
Grün- und Saftfutter
Wintersalate
Aus Feld- und Garten
Kohl
Kohl als Heilpflanze

Wird es draußen kalt und grau, dann stellen sich nicht nur die Pflanzen auf die kühle Jahreszeit ein, auch Menschen und Tiere leben und essen anders. Das Nahrungsangebot ist in Herbst und Winter anders als im Sommer. In unserer modernen Welt sind zwar selbst im Winter sämtliche Sommergemüse verfügbar, aber Treibhausware hat auch seine Nachteile, z. B. einen hohen Nitratanteil und eine relativ geringere Nährstoffdichte. Auch lange Transporte lassen die Gemüse und Obstsorten von ihrer Nährstoffdichte ausbluten.

Gesunde Ernährung bedeutet deshalb - auch für Kaninchen - auf das heimische, jahreszeitliche Nahrungsangebot zurück zu greifen und das sind im Winter vor allem Wurzelgemüse und Kohl. Aber auch der heimische Garten bietet über den gesamten Winter hindurch gute und wichtige Nahrung an.

Was ist eigentlich gesunde Kaninchenkost?

Eine gesunde Kaninchenkost besteht aus zwei wichtigen Dingen: sie ist rohfaserreich und nährstoffarm. Gehaltvolle Nahrung wie Getreide oder Nüsse sind Leckereien, von denen Wildkaninchen nur träumen können. Sie kommen trotzdem gut durch den Winter, allein durch Gras (auch gefroren und unter Schnee hervor gegraben) und die Verkostung von Rinde, Zweigen und Ästen. Diese Art der Nahrung mag karg und verhältnismäßig vitaminarm erscheinen, aber darauf hat sich das Verdauungssystem der Kaninchen spezialisiert und diese Kost hält sie gesund. Künstliche Vitamine braucht ein gesundes Kaninchen nicht. Da sie auf nährstoffarme Kost spezialisiert ist, hat sich das Verdauungssystem selbst seine Vitaminproduktion geschaffen und zwar in Form einer gut funktionierenden Darmflora. Sie produziert den Blinddarmkot, kleine natürliche Vitaminbomben, die das Kaninchen in Form kleiner schwarzer, feuchter Kotkügelchen zu sich nimmt.

Das Verdauungssystem der Kaninchen ist die Gesundheitsfabrik im Körper. Das funktionierende Immunsystem hängt eng mit einem gesund funktionierenden Verdauungstrakt zusammen. Und der kommt aus dem Takt mit der falschen Ernährung, die sich vor allem durch einen hohen Getreideanteil, Fremdstoffen (wie Gebäck, Puffreis, Nebenprodukten in der Nahrung, Farbstoffen, Vitaminzusätze) und rohfaserarme Kost auszeichnet. Wenig Rohfaser, viel Kalorien, das ist im Grunde der Anfang von vielen Kaninchenkrankheiten, die man so leicht vermeiden könnte.

Um Kaninchen gesund zu halten, gibt es nur drei Dinge: Heu, Heu und nochmals Heu. Danach folgt Grün- und Saftfutter. Als "Leckerli" gibt es Presspellets, die sich durch hohen Rohfasergehalt auszeichnen.

Grün - und Saftfutter im Herbst

Sicherlich der Hit in den meisten Kaninchenställen ist und bleiben Möhren. Im Winter sollte man vor allem auf die Lagermöhren zurückgreifen und auf die Möhren mit Grün lieber verzichten. Sie entstammen dem Gewächshaus und weisen darum eine geringere Nährstoffdichte auf, als die besonderen Wintersorten.
Sellerie wird im Winter ebenfalls eingelagert und sehr lecker und gesund. Weitere Wurzelgemüse sind Pastinaken (ähnlich Petersilienwurzel), Petersilienwurzel, Topinambur (sofern man einen Garten hat).

Wintersalate

Die meisten Wintersalate zeichnen sich vor allen Dingen durch eins aus: sie sind bitter. Endivien, Chicoree und andere Zichoriensalate enthalten verdauungsfördernde Bitterstoffe. Feldsalat zeichnet sich vor allem durch seinen hohen Vitamin C Gehalt aus.

Kein Salat, aber an dieser Stelle trotzdem erwähnt: Spinat. Es eignet sich weniger als Futtermittel für Kaninchen: erstens hat es einen hohen Oxalgehalt, der das Mineral Eisen bindet und damit die Nährstoffaufnahme hemmt, zweitens wirkt es blähend. Wenn überhaupt (meine Kaninchen futtern es nicht an!), dann sollte man Spinat nur wenig und mit reichlich Heu verfüttern. Empfehlen kann ich es eher nicht!

Wintergenüsse aus dem Garten

Wer einen Garten hat, hat es gut. Denn er erhält Zugriff auf recht preisgünstige Kaninchennahrung. Meine "Spezialkompostierungsanlage" zerkleinert in Rekordgeschwindigkeit frische, zarte Äste und Triebe, zerkaut Blätter und gibt das ganze dann als sofort verwertbaren Dünger zurück. Im Winter steigt bei meinen Kaninchen deutlich der Appetit auf Kräuter. Sie futtern zwar den ganzen Sommer immer kleine Mengen Lavendel, Salbei und Rosmarin, im Winter räubern sie die Pflanzen richtig ab. Übrigens sind die Pflanzen ein gutes Mundwasser. Den Rosmarinduft nimmt man deutlich beim Vorbeihoppeln wahr.

Chucky & Fritz beim Rosmarinstrauch

Tipp
Heben Sie doch einfach ein paar trockene Blätter aus dem herbstlichen Garten auf. Sie sind eine köstliche Knabberbeigabe auf dem Heu. Meine Kaninchen futtern selbst trockene, braune Walnussblätter wie Chips (aber nur in kleinen Mengen!).
Auch sehr gesund sind Blätter von Himbeeren, Brombeeren und Erdbeerpflanzen. Diese sind in jeder Jahreszeit eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Die Blätter dieser Beeren lassen sich übrigens trocknen und können so auch für Kräutertees Verwendung finden. Erdbeerblätter, aber auch die Wurzeln Verbessern z. B. die Leber- und Gallefunktionen. Aber auch als Beigabe zum Heu ... lecker

Über die ätherischen Inhaltsstoffe dieser Kräuterarten, sowie diverser Gartenpflanzen wie Thuja und Tannen (die meine Kaninchen im Winter mit Leidenschaft entrinden und jeden jungen, zarten Trieb kappen, den sie erwischen können) gibt es einige Panikschriften. Ätherische Öle und bestimmte Inhaltsstoffe in Küchenkräutern und Koniferen und Tannen sind nämlich in bestimmten Dosen giftig. Das ist kein Grund seinen Kaninchen diesen Genuss vorzuenthalten. Denn es kommt auf die Dosierung an, ob etwas giftig oder sogar gesundheitsfördernd wirkt. So muss erwähnt werden, dass frische Tannenzweige (keine vertrockneten Christbäume bitte!) z. B. einen Stoff enthalten (auch Tannenblut genannt), der das Immunsystem stärkt. Dasselbe gilt für Rosmarin, Salbei, Lavendel, sie sind allesamt natürliche Antibiotika mit immunstärkender Wirkung. Lavendel wirkt gar entkrampfend und hilft bei Bauchschmerzen. Die richtige Dosierung ist: jeden Tag einen Stengel oder ein paar Blätter. Es sind Beikräuter, keine Hauptspeisen, bitte beachten Sie das! - Kaninchen in Wohnungshaltung haben keine freie Speisenwahl und sie futtern bisweilen auch mehr, als ihnen gut tut, weil sie ihre natürliche "Grenze" verloren haben.

Ein paar Worte zu Kohl ...

Besonders viele Kohlsorten findet man im Herbst auf dem Markt. Doch Kohl kann schmerzhafte Blähungen auszulösen und zu gefährlichen Verdauungsstörungen führen. So mancher Kaninchenbesitzer streicht sie -zu Unrecht - grundsätzlich vom Speiseplan.

Kohl nicht gleich Kohl! Die Verträglichkeit einzelner Kohlsorten ist sehr unterschiedlich. So gehören Wirsing, Weißkohl und Rotkohl zu den schwerer verdaulichen Kohlsorten, auf deren Verfütterung man am Kaninchen verzichten sollte. Diese Kohlsorten sind auch für empfindliche Menschen oft nur durch bestimmte Zubereitungsarten (durchkochen, Zufügen von Kümmel, Kümmeltee gegen Blähung) beschwerdefrei genießbar. Dagegen gehören die "feineren" Verwandten des Kohls wie Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl zu den besser verdaulichen Kohlarten. Sie enthalten nur wenig der "blähungsfördernden" Stoffe. Trotzdem reagieren vereinzelt Kaninchen mit schweren Verdauungsstörungen auf die Verfütterung dieser Kohlsorten. Andere Kaninchen futtern diese Kohlarten dagegen mit großer Vorliebe und ohne jegliche Probleme. Warum?

Ob das Kaninchen Kohl verträgt oder mit gefährlichen Verdauungsstörungen reagiert, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst einmal ist es auch ein Stück weit Veranlagung, inwieweit man einige Futterarten besser verträgt als andere. Ein weiterer Grund ist die Gewöhnung. Wächst ein Kaninchen von Jugend an mit Mischfutter auf und wird Kohlrabi oder Brokkoli in kleinen Mengen in die Ernährung eingeführt, so stellt sich das Verdauungssystem darauf ein. Was man niemals tun sollte in der Kaninchenernährung ist ein abrupter Futterwechsel. Man fängt mit wirklich kleinen Mengen an: mal ein Blatt Kohlrabi, mal ein Blumenkohlröschen und schaut, ob es das Kaninchen ohne Verdauungsprobleme verträgt. Ist das der Fall, kann man die Dosis steigern. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass zu Kohl immer Heu gehört. Also eine frische Hand Heu mit dem Grünfutter anbieten und man vermeidet schon ein Verdauungsproblem. Des weiteren wirkt Kümmel und Fenchel Blähungen entgegen. Wie wäre es mal mit einem verdünnten Kümmeltee zur kleinen Kohlgabe? - Oder ein Stückchen frischer Fenchelknolle oder Fenchelgrüns zur Kohlrabiknolle?

Kohl von einer anderen Seite ... - als Heilpflanze

Von allen Gemüsesorten besitzt Kohl die besten Eigenschaften zur Vorbeugung von Tumorerkrankungen. Ein gutes Beispiel für die Heilkraft des Kohls zeigt eine Untersuchung aus den USA. Es stellte sich dabei heraus, dass Patienten, die niemals Kohl aßen ein dreifach höheres Risiko hatten an Dickdarmkrebs zu erkranken.

Die Substanzen im Kohl wirken krankmachenden Wirkungen krebsverursachender Stoffe entgegen. Aber es gibt noch andere Pluspunkte für Kohl: wenig Kalorien, praktisch kein Natrium oder Fett und ein beachtlicher Anteil an Rohfasern, die so wichtig für eine gesunde Kaninchenernährung sind.
Übrigens: meine Kaninchen sind ganz wild auf Brokkoli. Der enthält im Vergleich zum Blumenkohl (da lieben sie vor allem die Blätter), noch mehr natürliches Vitamin C. Kohl, sofern er nicht aus dem eigenen Garten stammt, sollte immer gut gewaschen werden, um Rückstände zu entfernen.


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Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.

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