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Mummel
Siehe auch:
Erziehung zur Stubenreinheit
Kaninchenspielzeug

Wie intelligent sind Kaninchen wirklich?

"Und ich habe gedacht, Kaninchen wären langweilig und nicht besonders intelligent! Welch ein Irrtum!!"

Als ich meine ersten beiden Kaninchen holte, dachte ich ähnlich. Nun, ich wurde bald eines Besseren belehrt...

Spätestens wenn das Kaninchen morgens um drei Uhr am Gitter des Käfigs hängt, wo es mit unglaublichen Spürsinn genau die Stelle ausgemacht hat, die am Lautesten scheppert, werden Sie an einer gewissen Intelligenz nicht mehr zweifeln. Unendliche Geduld und Durchhaltevermögen beweist Ihr Tier, wenn es an der Erziehung des Menschen arbeitet. Stehen Sie dann auf, öffnen dem Tier den Käfig und kehren müde in Ihr Bett zurück, ist es gewiss: Sie haben begonnen Ihr Tier zu verstehen und Ihr Tier hat einen ersten Erziehungserfolg.

Kaninchen sind unglaublich neugierig und ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Sie erkunden sorgfältig ihre Umgebung und merken sich den genauen Standpunkt jedes einzelnen Möbelstücks. Tagsüber trifft man sie jedoch oft in Ruhepose an. Das liegt nicht an der "Faulheit" der Tiere, sondern daran, dass Kaninchen eher nachtaktiv sind und deshalb erst in der Dämmerung munter werden. Für Berufstätige, die tagsüber außer Haus sind, eigentlich ideal, lieben sie es doch abends hoppeln zu dürfen. (Vergessen Sie aber nicht, Kaninchen brauchen einen Partner und sollten nie allein gehalten werden!) Nichtsdestotrotz, Kaninchen sind durchaus in der Lage sich an die Lebensgewohnheiten der Menschen anzupassen. Unsere Tiere haben sich inzwischen zu tagaktiven Kaninchen gewandelt, die sich pünktlich bei Abenddämmerung in die Schlafhöhle ihres Freigeheges verkriechen.

Kaninchen, die ja unten auf dem Boden leben, lieben hohe Aussichtsposten, springen auf Sofa und Bett, Möbel, sogar Stühle, manchmal erkunden sie auch auch die Toiletten (Vorsicht!). Manche blättern in den Zeitungen oder ziehen Bücher zu Rate, andere klettern in die Küchenschränke und ordnen die Pfannen und Töpfe neu.

Wie Kaninchen Probleme lösen.
Mit gutem Willen, aber völliger Unkenntnis der Bedürfnisse von Kaninchen, bauten wir einst ein Freigehege im Garten. Das sah so aus: ein viereckiges, 2 x 3 m großer Holzgestell, dass mit Hasendraht bespannt war. Wir nahmen den grünen Hasendraht mit Plastikummantelung, weil der unserer Meinung nach, nicht so kalt aussah. Das "Freigehege" stellten wir dann auf die Wiese, ein Holzhaus als Schutz dazu und das war´s.
Leider waren unsere Hoppler von dem Gehege gar nicht begeistert. Da gab´s doch nichts zu entdecken und nichts zu erleben! Und immer nur fressen, wie langweilig!
Es dauerte genau drei Wochen, da wunderten wir uns über einen "Ausbrecher" im Garten. Wir wunderten uns deshalb, weil wir kein Loch im Freigehege, weder in der Erde, noch am Gitter ausmachen konnten. Wie war der Ausbrecher ausgebrochen?
Am nächsten Tag versteckten wir uns im Garten und behielten unser Freigehege im Auge. Strolchi ging an eine bestimmte Stelle des Gitters, die uns, wegen heftigem Benagens schon aufgefallen war. Unermüdlich müssen die Tiere an ein und derselbe Stelle solange gerüttelt haben, bis sich die Befestigung des Drahtes lockerte und schließlich nachgab. Sorgfältig zog er das Gitter beiseite, schlüpfte hindurch, drehte sich danach herum und schob das Gitter wieder an seine Stelle zurück. Hätten wir die Sache nicht mit eigenen Augen beobachtet, wir hätten es nie und nimmer geglaubt! - Seit dem dürfen unsere Tiere im Garten hoppeln und mit einem derart langweiligen Gehege haben wir sie auch nie mehr belästigt.

Kaninchen können lernen Probleme zu lösen. Sie können zum Beispiel Türen aufdrücken, die nach außen aufgehen oder mit den Zähnen an Türen ziehen, die sich nach Innen öffnen. Mein Fritz beherrscht diese Technik in Vollendung und er freut sich immer diebisch, wenn´s mal wieder geklappt hat!
Sie können lernen, ein Kaninchenklo zu benutzen und stubenrein zu werden. Sie können lernen, zu kommen, wenn sie gerufen werden und sie setzen sich auf und betteln für ein Leckerli.
Kaninchen haben eine bemerkenswerte Fähigkeit sich den genauen Standord von Möbeln und Gegenständen zu merken. Sie wissen ebenfalls, wo sie gewöhnlich ihre Leckerlis für sie aufbewahren.

Kaninchen lernen lebenslang, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt. Sie spielen Spiele mit uns und anderen Tieren. Sie springen in die Luft und drehen sich dort um 180°, schlagen Haken und fetzen durch die Wohnung. Kaninchen üben Überlebenstechniken. So wie Katzen die Jagd üben, üben Kaninchen bei Gefahr zu entkommen. Manchmal spielen sie mit uns Menschen das "Fang-mich-wenn-du-kannst-Spiel!" und man hat seine liebe Not, dem Tier im Garten hinterher zu hecheln.

Flegeljahr
Kaninchen durchleben, wie jedes Lebewesen auch, verschiedene Phasen der Entwicklung. Im ersten Jahr fehlt den Tieren oft noch die nötige Reife, um sich ein für Menschen akzeptables Verhalten innerhalb der Wohnung anzueigenen. Häufig haben die Menschen zu dieser Zeit schon aufgegeben. Entweder landet das Tier dann im Tierheim oder es dümpelt im Keller, der Garage oder sonst einem abgeschiedenen Ort im Haus oder schlimmer noch allein im Außengehege herum, wo es seelisch verkümmert.

Das Stadium der intensiven Neugier, der Hyperaktivität und alles und jedes annagen, graben und scharren dauert bis zum Erwachsenwerden des Tieres etwa 4 - 8 Monate. Solange ist das Tier als Baby zu betrachten. Nachdem es diese "Sturm- und Drangzeit" durchlebt hat, ist es erst wirklich in der Lage Dinge zu erlernen, z. B. stubenrein zu werden.

Entwicklung der Persönlichkeit
Nicht die Sicherstellung der Nahrung ist maßgebend für die Entwicklung eines Lebewesens, es ist die Liebe und Aufmerksamkeit, die Sie ihm schenken.

Ein Kaninchen, dass allein in einem Außengehege gehalten wird, stirbt im Durchschnitt nach einem Jahr. Es verkümmert innerlich. Verantwortungsvolle Kaninchenbesitzer wollen ihr Tier doch nicht nur am Leben halten, sie wollen es glücklich und munter sehen. Dazu gehört eben neben der Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse, auch die Befriedigung geistiger, seelischer Belange des Tieres.

Ein Kaninchen braucht seinen Freiraum. Es muss hoppeln dürfen, täglich. Es braucht etwas, auf dass es sich freuen kann. Es braucht Ansprache, einen Partner, jemanden, der sich mit ihm beschäftigt, nur so können sich seine Fähigkeiten voll entfalten. Ein intelligentes Tier setzt einen verantwortungsvollen Kaninchenhalter voraus. Kaninchen brauchen Zeit und unsere Aufmerksamkeit.

Kaninchen, die ein Teil Ihres Familienlebens sind, bemühen sich Ihre Sprache zu erlernen. Reden Sie mit Ihm, Sie werden fest stellen, mit der Zeit reagiert das Tier auf seinen Namen. Es versteht Begriffe wie "Komm", "Käfig", "Garten", "Lass uns gehen", "Nein", usw. Es wird lernen, wie es von Ihnen besondere Leckerbissen erbettelt. Es merkt an Ihrer Stimme, ob sie guter Laune sind oder mit ihm schimpfen (was sie eigentlich nie tun sollten, weil es das Tier verwirrt!). Kaninchen nehmen verschiedene Gewohnheiten an. Wenn Sie ein Frühaufsteher sind, wird es morgens wach sein. Als Nachtschwärmer erwartet Sie Ihr Freund mitten in der Nacht, um Sie zu begrüßen.

Intelligente Kaninchen brauchen liebevolle "Menscheneltern"
Es ist nie zu spät. Selbst ein "altes" Kaninchen, dass nie etwas anderes als Käfighaltung kennengelernt hat, kann sich noch voll entwickeln.
Unser Micky ist das beste Beispiel dazu. Zwei Jahre verwahrloste er im Außenstahl einer verantwortungslosen "Züchterin", kam dann ins Tierheim und von dort zu uns. Er hat sich am Anfang nicht mal getraut aus dem Käfig zu springen und bekam vor Angst Zitteranfälle, wenn man ihn auf den Arm setzte und streichelte. Er war der Prototyp des dummen, duldsamen und scheuen Kaninchens. Ein halbes Jahr später: die Käfigtür kann gar nicht schnell genug aufgehen, da ist er schon draußen. Auf den Arm nehmen mag er jetzt nicht mehr, aber streicheln lässt er sich von uns genussvoll. Danach wird er der größte Baumeister unser Kaninchenkolonie und darüber hinaus der schmusevollste Liebhaber unserer Damen.
Er weiß wann´s zum Hoppeln heraus geht, und kennt genau das Signal wieder ins Freigehege zurück zu kehren. Und ohne Zweifel weiß er auch, wie er von uns besonders viele Leckerlis bekommt...



Literatur:
House Rabbit Handbook (Drollery Press, Marinell Harriman)


Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
Einkaufstipp:
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