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Mikrosporie

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Derzeit kommt es zu einem vermehrten Auftreten zoophiler Dermatomykosen, die durch Haustiere wie Katzen, Hamster, Meerschweinchen oder auch Kaninchen übertragen werden. Nach einer Meldung des Online-Magazins "Ärztliche Praxis" (ÄP) werden jährlich 10.000 Mikrosporie-Fälle in Deutschland beim Menschen diagnostiziert. Die extrem ansteckende Dermatomykosen durch zoophile Erreger haben hierzulande nach dem ersten Wiederaufflackern im Jahre 1995 eine neue "Qualität" erreicht. Beobachteten Ärzte zunächst nur wenige Einzelfälle, hat vor allem die Mikrosporie in Deutschland fast epidemische Ausmaße angenommen. Seit neuestem macht zudem die Nagetier-Trichophytie durch Trichophyton granulosum verstärkt von sich reden. In Ostdeutschland macht sich unter Landwirten und Urlaubern auf dem Bauernhof in letzter Zeit Trichophyton verrucosum breit. Grund:
Die Rinderbestände als klassisches Erreger-Reservoir werden seit der Wende kaum noch geimpft.
Ebenfalls neu im epidemischen Trend, so die Meldung des Online-Magazins, liegt das gehäufte Vorkommen der Erreger zoophiler Dermatomykosen in einheimischen Katzen- und Nagetier-Zuchten. Leben dort latent infizierte ältere Tiere, stecken diese permanent den Nachwuchs an. Kaum verkauft, erkranken zunächst die Jungtiere, kurze Zeit später auch die stolzen neuen Besitzer akut an Mikrosporie oder Trichophytie. Viele Tiere sind im Gegensatz zu Menschen nur asymptomatisch infiziert. In solchen Fällen kann bei der Herdsuche die Woodlicht-Untersuchung zielführend sein. Stammt das wertvolle Rassetier tatsächlich aus einer Pilz-verseuchten Zucht, drohen fast immer juristische Auseinandersetzungen. Die Käufer tun deshalb gut daran, vom Tierarzt eine Expertise erstellen zu lassen.
Die meisten zoophilen Dermatophyten sind für den Menschen obligat pathogen und äußerst virulent. In vielen Fällen zählen zoophile Pilz-Infektionen auch zu den Problem-Mykosen. Häufig wird die Mikrosporie zunächst als Impetigo contagiosa verkannt. In der Folge entstehen ausgedehnte und komplizierte Verläufe.
Die Ärztliche Praxis gibt folgenden Tipp:
Mit dem Tierarzt kooperieren!
Patienten, denen zoophile Dermatomykosen zusetzen, können nur gesunden, wenn das häusliche Erreger-Reservoir in Form von Katze, Meerschweinchen oder Hamster ebenfalls saniert wird. Raten Sie Betroffenen deshalb, auch augenscheinlich gesunde Vierbeiner unbedingt vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Viele tragen die Erreger latent sich, ohne selbst manifest erkrankt zu sein.

Quelle:
Ärztliche Praxis, Das Online - Magazin für Ärzte und Patienten vom 4.4.2000

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