Erfahrungsbericht Hinterhandlähmung durch E. cuniculi
Alles fing damit an, dass mein Kaninchen Mummel seine Hinterbeine nicht mehr richtig benutzen konnte, als ich aus dem Sommerurlaub zurück kam. Er knickte immer wieder weg und fiel sogar ab und zu richtig hin wenn er versuchte zu laufen. Auch putzen konnte er sich nicht mehr richtig.
Natürlich bin ich sofort zum Tierarzt gegangen. Da ich gedacht habe, dass es irgendetwas komplizierteres sein könnte bin ich sogar in eine Tierklinik gegangen. Dort wollte man ihn erst röntgen, um einen Bruch ausschließen zu können, da aber sehr schwüles Wetter war und sich mein Mummelchen immer sehr aufgeregt hat, war die Gefahr zu groß, dass er beim Röntgen einen Herzkreislaufzusammenbruch bekommt. Deshalb hat er, weil die Tierärzte annahmen , dass es sich um einen gequetschten Nerv handelte, Kortison, Vitamin B- Komplex und Antibiotika bekommen.
Vier Tage lang mussten wir jeden Tag in die Praxis kommen, da das Antibiotika nur gespritzt werden konnte. Seine Lähmungserscheinungen wurden auch tatsächlich besser, aber das Kortison, das er über 10 Tage bekam schwächte ihn so, dass er verschiedene andere Krankheiten bekam und schließlich eingeschläfert werden musste. Ich war sehr traurig darüber, dass mein kleines Mummelchen so sterben musste. Zwei Wochen lang wurde er ständig zum Tierarzt geschleppt, zu Hause mit Behandlungen wie z.B. inhalieren, Rotlicht usw. gestresst, bis er Blasenentzündung, Blasensteine und Lungenentzündung bekam und dann nach all diesen Krankheiten endlich erlöst wurde.
Als dann einige Wochen später auch noch Mummels Freundin Momo, die inzwischen einen neuen Partner ( Felix) hatte, die gleichen Anzeichen bekam und anfing ihre Hinterbeine nachzuziehen, wusste ich, dass Mummel auch keinen gequetschten Nerv hatte, sondern anscheinend an einer ansteckenden Krankheit gestorben sein musste. Was ich auch wusste, war, dass ich auf keinen Fall wollte, dass auch Momo so wie Mummelchen sterben sollte.
Also machte ich wieder im www auf die Suche habe dann glücklicherweise diesen Artikel gefunden. Endlich wusste ich was meine Häschen hatten und natürlich wollte ich auch die Fenbendazol-Behandlung ausprobieren, weil sie vielversprechender klang wie die konventionellen Methoden. Da ich erwartet habe, das man mich in der Tierklinik nicht sehr kooperativ behandeln würde, bin ich zu meinem Haustierarzt gegangen der sich sehr engagiert zeigte. Er hat die Artikel durchgelesen und sich bereit erklärt die Behandlung auszuprobieren. Also hat Momo zuerst 5 Tage lang 50 mg Fenbendazol/kg Körpergewicht mit zusätzlich Vitamin B- Komplex und Sulfunamid bekommen. Die ersten 3 Tage veränderte sich ihr Zustand nicht und ich habe schon gefürchtet, dass alles umsonst war. Aber glücklicherweise trat nach ca. 5 Tagen eine erheblich Besserung ein. Wie von der HRS empfohlen wurde, bekommt Momo noch 2-3 Wochen 20 mg Fenbendazol/kg Körpergewicht. Auch ihr neuer Freund Felix bekommt vorbeugend die gleiche Dosierung .
Seit dem geht es Momo wieder sehr gut. Sie ist fröhlich und aufgeweckt wie früher, frisst mit großem Appetit und hat wieder ihr normales Gewicht zurückerlangt. Wie zu erwarten war, sind die Lähmungserscheinungen zwar besser geworden aber nicht ganz zurückgegangen. Momo kann ihre Hinterbeine nicht mehr wie früher benutzen, was sich vor allem darin zeigt, dass sie beim putzen ab und zu noch umkippt. Sie kann aber glücklicherweise wieder ganz normal hoppeln, nur springen kann sie leider nicht mehr. Deshalb haben wir ihr auch Rampe gebaut, mit der sie wieder ohne Probleme in den Käfig hoppeln kann. Sie kommt mit allem sehr gut klar und lernt auch sich so zu bewegen, dass man ihre Lähmung fast übersehen kann, wenn man nichts davon weiß.
Ich bin total glücklich, dass ich diese Seite gefunden habe. Vielen Dank an diejenigen, die sich für diese Seite eingesetzt haben, sie haben geholfen das Leben von Momo und wahrscheinlich auch von vielen anderen Hasen zu retten.
Diese Seite ist die einzige "Verbindungsseite" zu den Forschungsseiten und ohne sie wäre es nicht möglich die Fenbendazol-Behandlung zu finden. Wenn man dann noch an Tierärzte gerät, die ein Tier quasi zu Tode praktizieren, besteht keine Chance, das Leben dieses Tieres zu retten. Denn wie ich im Nachhinein erfahren habe kann eine 10-tägige Kortisonbehandlung auch ein völlig gesundes Tier krankmachen und töten. Eines habe ich durch die ganze Geschichte gelernt: man soll keinem Tierarzt vertrauen, auch wenn sein Ruf noch so gut ist. Lieber soll man sich noch eine zweite Meinung anhören, um das zu vermeiden, was traurigerweise mit meinem Mummelchen passiert ist.
Vielen Dank an Valerie für den Erfahrungsbericht!
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Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin,
der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die
Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über
mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick
zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen
sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten
Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten
Tierarztes erwerben kann.
Die Tipps ersetzten selbstverständlich
keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des
Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden
(z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser
Informationen entstehen.
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