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Siehe auch
Kaninchenschnupfen
Impfungen
Schiefhals

Pasteurella multocida

Das Bakterium Pasteurella multocida löst unter anderem den Kaninchenschnupfen und den Dreh- bzw. Schiefhals beim Kaninchen aus. Auch bei Hunden und Katzen kommt dieses Bakterium vor. Das Bakterium befindet sich häufig im Speichel der Tiere und kann per Biss übertragen werden. Auch bei Tierärzten und Menschen, die in engen Kontakt mit Tieren stehen, konnte dieser Erreger im Rachen und in den Atemwegen isoliert werden.

Bislang ging man davon aus, dass die Bakterien für Menschen ungefährlich sind. Inzwischen sind jedoch zumindest zwei Fälle in der Medizin dokumentiert, in der dieser Erreger eine Rolle spielte.
Anfällig sind vor allen Kleinkinder und Menschen mit geschwächten Immunsystem, die innigen Kontakt zu ihren Lieblingen pflegen. Häufiges Hände waschen und das Vermeiden von Kontakten, in dem der Mensch mit dem Speichel des Tieres in Berührung kommt, sind äußerst empfehlenswert.

"Pasteurellen (Pasteurella multocida) wird häufig bei Infektionen nach Hundebissen gefunden. Es ist eher ungewöhnlich, wenn dieser Keim als Ursache einer Hirnhautentzündung (Meningitis) diagnostiziert. Mediziner vom "Imperial College School of Medicine, London" berichten über einen solchen Fall von Meningitis bei einen sieben Wochen alten Kleinkind. Offensichtlich wurde der Keim durch reinen Kontakt übertragen. Ein Biss oder Kratzer war beim Patienten nicht erkennbar. Zunächst wurde eine Infektion mit Haemophilus influenzae (type b; Hib) vermutet. Die Mediziner betonen ausdrücklich, dass Pasteurella multocida eine ernst zu nehmende Ursache für Hirnhautentzündungen bei Kindern ist. Sie empfehlen bei Kleinkindern, den direkten Kontakt mit Hunden und Hundespeichel zu vermeiden und regelmässig die Hände zu waschen."

"Im Juni 1998 wurde ein älterer Herr (67) ins Krankenhaus eingeliefert, der unter Übelkeit, Fieber, Verwirrung, Kopfschmerzen, und Nackensteifheit litt. Per Computertomographie (CT) wurde eine schwerwiegende Entzündung des Mittelohres unter Beteiligung der umliegenden knöchernen Strukturen diagnostiziert. Der Mann litt seit vielen Jahren unter langwierigen "Ohrproblemen". Dr. Benoit Codey und seine Kollegen von der Universitätsklinik Rennes, Frankreich, berichten in der Fachzeitschrift "The Lancet" (1999;354,1267-1268), dass in diesem Fall per mikrobiologischer Untersuchung eine Infektion mit Pasteurella multocida diagnostiziert wurde. Eine Mittelohrentzündung durch Pasteurella multocida wurde bisher in der Fachliteratur nicht beschrieben. Und tatsächlich, der Patient berichtete, dass er einen Hund habe, der ihm häufig das Ohr lecke. Nach antibiotischer Behandlung und einem chirurgischen Eingriff konnte der Patient beschwerdefrei aus der Klinik entlassen werden. Die Autoren betonen, dass insbesondere Menschen mit perforiertem Trommelfell es vermeiden sollten, von Tieren am Ohr geleckt zu werden."


Mediziner der Abteilung für Notfallmedizin des " Denver Health Medical Center", USA, berichteten kürzlich in einer Fachzeitschrift über einen Patienten, bei dem sich nach einem Katzenbiss eine Blutvergiftung, Hirnhaut -, und Gelenksentzündung durch Pasteurella multocida entwickelte. Obwohl derartige Komplikationen sehr selten sind, sollten Bisswunden beim Menschen ernst genommen werden und sorgfältig versorgt werden.

Layton, CT.; Pasteurella multocida meningitis and septic arthritis secondary to a cat bite. J Emerg Med 1999 May-Jun;17(3):445-8



Quelle: Wade T, Booy R, Teare EL, Kroll S Pasteurella multocida meningitis in infancy - (a lick may be as bad as a bite). Eur J Pediatr 1999 Nov;158(11):875-8

Die Fälle wurden von Hr. Dr. Manfred Stein in der Mailingliste zur Tiergesundheit veröffentlicht (siehe http://www.kleintierpraxis.de) und unterliegen dem Copyright des AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit, ein Service von ANIMAL-HEALTH-ONLINE (http://www.animal-health-online.de) - Nachrichten zur Tiergesundheit und mehr.
Redaktion: Dr. Manfred Stein
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