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Oskars Schiefhals
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- Einschläfern, Trauer

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Enzephalitozoonose beim Kaninchen

Erfahrungsbericht chronischer Schiefhals

Vor ca. 5 Jahren habe ich mir mein erstes und sehr lang ersehntes Kaninchen gekauft. Als ich es in der Zoohandlung gesehen habe, habe ich es wegen seiner frechen Art sofort ins Herz geschlossen. ER war ein kleiner weißer Widder mit braunen Ohren und braunen Flecken auf der Nase und auf dem Rücken . Nachdem Krümel dann bei uns eingezogen war, schien zunächst alles in Ordnung. Aber als er ca. 5 Monate alt war, begann er plötzlich sein kleines Köpfchen ganz schief zu halten. Zunächst dachte ich ( wie viele andere wie ich jetzt gelesen habe), dass er sich wohl etwas mit den Ohren eingefangen habe. Doch am Abend hatte er schon Probleme, alleine in den Käfig zu springen, als ich ihn hereinsetzte begann er sich zu verdrehen. Am nächsten Tag fuhren wir sofort zum Tierarzt, Krümel war dabei wegen der Aufregung in seiner Transportbox umgefallen und verkrampfte, es sah praktisch aus, als hätte er einen epileptischen Anfall. Der Tierarzt gab sich 14 Tage große Mühe, aber als keine Besserung eintrat, sind wir in die Tierklinik gefahren. Dort hat man dann auch den Erreger festgestellt. nach dem langen Krankheitsverlauf gab man Krümel aber nur eine Überlebenschance von 20 %, weil er zusätzlich jetzt auch noch eine Lungenentzündung bekommen hatte.

Wir wollten es trotzdem versuchen, hatten uns aber ein zeitliches Limit gesetzt, zu dem wir Krümel eingeschläfert hätten, um ihm weiteres Leiden ohne Aussicht auf Erfolg zu ersparen. Krümel wurde mit Antibiotika, Cortison und Vit. B behandelt, was wir zwei Wochen lang selber zuhause über den Tropf gespritzt haben, damit er in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann. Gerade bei dieser Krankheit ist es sehr wichtig, dem Kaninchen seine gewohnte Zuneigung zu bieten, und es nicht einfach in der Klinik zurückzulassen, weil eine neue Umgebung immer wieder Anstrengung und damit eine Verstärkung der Symptome zur Folge hat ( Natürlich muss dann zuhause behandelt werden!). Jedenfalls haben meine Mutter ( der ich sehr sehr dankbar dafür bin) und ich nächtelang nicht geschlafen um Krümelchen aufzurichten, wenn er wieder umfiel und um ihn zu füttern, denn gefressen hat er zum Glück die ganze Zeit.

Es hat sich gelohnt, denn es ging Krümel dann immer besser, man hat uns allerdings gleich gesagt, dass der Erreger durch die Behandlung nicht vollständig aus dem Körper entfernt wird. So hat Krümel einen sehr schiefen Kopf behalten, der ihn aber scheinbar kaum gestört hat, nur springen konnte er nicht mehr und wenn er sehr aufgeregt war ( z.B. beim Tierarzt) hat er auch schon mal das Gleichgewicht verloren, sich aber sofort wieder aufgerappelt. Er raste im Zimmer rum, kam, wenn man ihn mit seinem Namen gerufen hat und legte sich mit seinem Kopf auf meinen Unterarm um zu kuscheln. Durch die Krankheit, bei der er uns ja ganz und gar "ausgeliefert" war, und durch unsere Pflege hatte er plötzlich 100% Vertrauen zu uns aufgebaut. Er konnte den ganzen Tag frei im Zimmer herumlaufen und ist immer brav auf seine Toilette gegangen, nur sein Käfig musste eben seiner "Behinderung" angepasst werden. Ich glaube, Krümel war sehr glücklich, gefressen hat er jedenfalls wie ein Scheunendrescher. Neben seiner Kopfschiefhaltung waren durch die Krankheit auch seine Tränendrüsen so weit vergrößert, dass sie teilweise aus dem Auge hervortraten, und auf einem sogar operativ entfernt werden musste.

Die Ärzte waren sehr skeptisch, ob Krümelchen die Narkose wegen seines geschwächten Immunsystem überstehen würde, nachher sagten sie aber, kaum ein Häschen hätte je "so gut mitgemacht". Krümel war ein Kämpfer, man hatte das Gefühl, er wollte leben, um jeden Preis. So lebte er glücklich, etwa 3 ½ Jahre lang und fraß uns die Haare vom Kopf :-)

Im letzten Herbst bekam er dann eine Augenentzündung und die Tierärztin wollte nicht ausschließen, dass sie durch einen neuen Schub seiner Krankheit ausgelöst worden war. Auch merkte ich , dass Krümel beim Putzen wieder öfter das Gleichgewicht verlor. Die Augenentzündung überstand er, aber immer häufiger bekam er Verstopfungen, ausgelöst wohl ( unter Umständen ) von einem Erreger, der öfter bei Jungtieren auftritt. Scheinbar war sein Immunsystem wieder stärker geschwächt, so dass sich die Verstopfungen häuften, und als er eines Tages nach einer solchen Verstopfung nicht wieder wie sonst sofort zu fressen begann, hatte ich ein ungutes Gefühl.

Abends rannte er dann unter das Bett und fiel wieder um. Als ich voller Panik das Bett wegschob konnte ich ihn nur noch zum sterben in den Arm nehmen, plötzlich hörte sein kleines Herz einfach auf zu schlagen. Weil er so ein kleiner Kämpfer war, habe ich wohl geglaubt, dass er alles überstehen würde. Aber ich tröste mich damit, dass es ihm wohl letztendlich doch sehr schlecht gegangen ist und dass man ihm deshalb seinen Frieden lassen soll.

Obwohl ich nicht genau weiß, ob die Infektion mit E. cuniculi der Auslöser für seine Tod war, finde ich es sehr schade, dass in den "konventionellen" Tierbüchern kaum etwas über die Symptome zu finden ist, weil bei rechtzeitiger Behandlung die Heilungschancen gut stehen, und weil scheinbar mehr Tiere betroffen sind als ich anfangs geglaubt habe. Deshalb bin ich auch traurig, Euren Artikel erst so spät entdeckt zu haben, vielleicht hätte ich Krümel eine bessere Behandlung bieten können. Denn obwohl mittlerweile ein anderer kleiner Widder bei mir eingezogen ist, vermissen meine Mutter, mein Freund und ich das kleine Krümelchen sehr, wir haben ihn alle unendlich lieb gehabt. Aber obwohl "Knöpfchen" ihn nie ersetzen wird, haben wir auch ihn schon wieder sehr lieb gewonnen, auch wenn er sehr schüchtern ist.

Abschließend möchte ich sagen, dass die Kopfschiefhaltung zwar gerade für Fremde nicht besonders schön aussieht, die Tiere aber viel besser damit zurechtkommen, als man ihnen zutraut, sofern man sie genauso lieb behält. Denn neben der richtigen tierärztlichen Behandlung ist Liebe für diese kleinen und oft hilflosen Lebewesen das Allerwichtigste!


Vielen Dank an Sandrina für den Erfahrungsbericht!

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Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
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