Haltung    Verhalten    Ernährung    Gesundheit    Buchtipps    Download    Links    Kontakt    Home   

"Knurrhahn" mit Kids - Dank an Sabine!
Weitere Artikel
Übersicht
Medizinisches
Siehe auch
Scheinschwangerschaft
Kanicki - der Knurrhahn
Surftipps
Referenz Gebärmutterkrebs / Scheinschwangerschaft
Gebärmutterkrebs in Kaninchen engl.

Von Monatsblutung, Nackenbiss, Befruchtung und Scheinschwangerschaft (Scheinträchtigkeit)

Themen:

Gibt es einen Monatszyklus?
Hilfe - mein Rammler beißt meiner Häsin das Fell aus!
Was löst einen Eisprung aus?
Was geschieht nach dem Eisprung?
Eisprung ohne Befruchtung - die Scheinschwangerschaft
Blutungen bei Kaninchen?
Wieviele Scheinschwangerschaften sind normal?
Zusammenhang Scheinschwangerschaft (Kinderlosigkeit) und Gebärmutterkrebs?
Sanfte Linderung der Symptome der Scheinschwangerschaft
Mein Tier leidet unter der Scheinschwangerschaft - was tun?

Gibt es einen Monatszyklus?

Einen Monatszyklus wie wir es vom Menschen oder anderen Haustieren kennen gibt es bei Kaninchen nicht. Ihre Fortpflanzung ist ganz auf die Begattung abgestimmt. Der Eisprung erfolgt erst, wenn ein Begattungsreiz stattgefunden hat. Deshalb ist der Geschlechtsakt der Kaninchen oft auch mit einem abschließenden Nackenbiss verbunden. Dieser feste, grobe Biss kann durch das Schmerzsignal helfen den Eisprung auszulösen. (Er ist übrigens auch unter Katzen üblich).

Hilfe - mein Rammler beißt meiner Häsin das Fell aus!

Häufig wird mit dem Nackenbiss auch Fell ausgerissen. Es entstehen die kahlen Stellen zwischen den Schulterblättern. So mancher Kaninchenneuling ist diesem Verhalten aufgesessen, hat es als plötzliche Aggression zwischen den Kaninchenpartnern gesehen, oder eine Hauterkrankung befürchtet. Dieses Verhalten ist absolut normal und keine Lieblosigkeit von Seiten des Rammlers. Auch Weibchen, die sich aus Dominanzverhalten oder einfach aus "Liebeslust" untereinander "begatten", beißen sich gegenseitig aufs Heftigste das Fell aus. Danach folgt das Kuscheln und alles ist vergeben :-)

Was löst einen Eisprung aus?

Der Eisprung kann übrigens auch durch andere Reize ausgelöst werden, wie Stress oder andere Umweltsignale (Frühlingsgefühle). Auch Einzelkaninchen, die in ihrer Wallung z. B. den Fuß des Kaninchenbesitzers oder ein Plüschtier berammeln, könnten dadurch zu einen Eisprung kommen.

Was geschieht nach dem Eisprung?

Durch das Rammeln oder dem entsprechenden Umweltreiz lösen wird der Eisprung ausgelöst. Ca. 10 - 12 Stunden später lösen sich die reifen Eier aus dem Eierstock und gelangen nach wenigen Minuten in den Eileiter. War der Eisprung Resultat eines Deckaktes, so werden die Eier 12 - 16 Stunden später befruchtet. Die Spermien bleiben 30 - 32 Stunden im Eileiter befruchtungsfähig. Die Eizellen jedoch sind nur ca. 6 - 8 Stunden fruchtbar. Nach der Befruchtung wandern die Eizellen in die Gebärmutter, wo sie sich nach ca. 8 - 10 Tagen festsetzen.

Eisprung ohne Befruchtung - die Scheinschwangerschaft

Wurde der Eisprung durch einen Reiz ausgelöst, so läuft zunächst alles wie bei einer normalen Schwangerschaft ab. Das liegt daran, weil für eine mögliche Schwangerschaft bereits wichtige Hormone produziert wurden. Im Eierstock wurden Gelbkörper gebildet, die wiederum das Schwangerschaftsschutzhormon Progesteron produzieren und somit die Bildung neuer Eizellen verhindern. Dies ist eine Schutzeinrichtung des Körpers gegen eine Überbeanspruchung durch zu viele Schwangerschaften.

Dieser Gelbkörper ist nach etwa 18 Tagen abgebaut. Dann tritt hormonell der Normalzustand auf.

Blutungen bei Kaninchen?

Normalerweise wird das unbefruchtete Ei vom Körper resorbiert. Es gibt demnach keine Blutung bei Weibchen.
Sollte ein Weibchen häufig unter roten Ausscheidungen leiden, so kann dies an einer Färbung des Urins liegen. Es gibt bestimmte Pflanzen (z. B. auch Möhren), die in dem Ruf stehen, den Urin rot zu färben. Dies ist völlig normal.

Sollte sich jedoch tatsächlich Blut im Urin befinden und dies kein Ausnahmefall sein, liegt womöglich eine schwerwiegende Erkrankung zugrunde (z. B. Blasenentzündung), der unbedingt vom Tierarzt nachgegangen werden sollte.

Wieviele Scheinschwangerschaften sind normal?

Da eine Scheinschwangerschaft immer ein Produkt überschießender hormoneller Produktion ist, laufen dabei auch bestimmte Prozesse ab. Normalerweise schließt eine Scheinschwangerschaft mit dem Nestbau, dem Ausrupfen von Fell und einer gewissen Nervosität des Weibchens ab. Es gibt Scheinschwangerschaften bei denen sogar eine Milchproduktion statt findet. Beobachtet man dies bei seinem Weibchen, so sollte man jedoch mit einem kaninchenerfahrenen Tierarzt Rücksprache halten.

Im Frühling / Sommer häufen sich womöglich Scheinschwangerschaften, weil genügend Umweltreize vorliegen, während im Winter die Weibchen davor eher Ruhe haben. Normal sind 2 - maximal 3 Scheinschwangerschaften pro Saison, sofern diese nicht mit weitergehenden Störungen wie Milchproduktion oder einem deutlich veränderten Verhalten des Weibchens einher gehen (wobei die Weibchen beim Nestbau immer hypernervös und leicht aggressiv sind).

Ab 3 Scheinschwangerschaften pro Saison, bei Milchproduktion in den Zitzen, bei deutlicher andauernder Verhaltensänderung (hin zu Aggression) sollte man sich mit dem Tierarzt besprechen. Gegebenfalls kann eine Hormontherapie Linderung bei den Beschwerden bringen.

Zusammenhang Scheinschwangerschaft Gebärmutterkrebs?

Angeblich sind Kaninchen im Gegensatz zu Hunden und Katzen weniger anfällig für Krebserkrankungen. Dennoch besteht ein gewisses Risiko. In den USA wird deshalb sogar eine generelle Kastration der Weibchen empfohlen, was jedoch übertrieben ist, denn nicht jedes Kaninchenweibchen leidet gleich stark unter Scheinschwangerschaften.

Jedoch liegen noch keine gesicherten Untersuchungen vor, wie gefährlich wirklich die Belastung durch Scheinschwangerschaften bzw. das "Nichtkinderkriegen" für Kaninchendamen ist. Die meisten Daten über Krankheitsanfälligkeit entstammen schließlich Untersuchungen von Versuchstieren, die selten älter als zwei Jahre werden. Einer nicht repräsentativen Untersuchung aus den USA zufolge, bei denen rund 120 Kaninchen ab einem Alter von 3 Jahren beteiligt waren, sahen die Ergebnisse leider ganz anders aus. Obwohl Kaninchen in jungen Jahren relativ selten an Krebs erkranken, steigt die Krebsrate angeblich nach 6 Jahren rapide an. Die hohen Zahlen werden damit begründet, das unkastrierte Kaninchenweibchen quasi zu 80% an einer Veränderung des Gebärmuttergewebes, also Krebs, litten. Ausdrücklich betont wird noch, dass diese Zahl nicht bedeutet, dass alle Kaninchenweibchen auch daran verstorben seien. Jedoch wurden die eigentlichen Todesursachen nicht erwähnt. Angenommen wird als Ursache jedoch neben der Kinderlosigkeit auch die Vererbung der Veranlagung zu Krebs.

Unzweifelhaft kann es zu Problemen kommen, weil Kaninchen von Natur aus auf die "Produktion" vieler Jungen eingestellt sind und ihre ganzen hormonellen Prozesse darauf abgestimmt sind. Vielfach erfolgt der Rat das Kaninchenweibchen einmal schwanger werden sollten, um Aggressionen abzubauen und das Krankheitsrisiko abzubauen. Das ist natürlich Unfug. Eine Schwangerschaft kann weder eine Verhaltensstörung heilen, noch dem Gebärmutterkrebs vorbeugen. Und aus Tierschutzgründen ist es unverantwortlich ein Kaninchenweibchen Jungen in die Welt setzen zu lassen, ohne für eine verlässliche, liebevolle Unterbringung zu sorgen. Und ein so schwerwiegender Eingriff wie die Kastration eines Kaninchenweibchens ist überhaupt nur dann gerechtfertigt, wenn ein wirklich reeles Risiko vorliegt, z. B. bei einer vorliegenden Gebärmutterentzündnung. Alles Andere ist unbewiesen.

Sanfte Linderung der Symptome der Scheinschwangerschaft

Eine homöopathische Behandlung bei leichten Fällen gegen Scheinschwangerschaft: Pulsatilla D4 und Ignatia D30 zu gleichen Teilen von der Apotheke in Tropfenform vermischen lassen, davon jeweils 5 Tropfen 2 x täglich ins Trinkwasser geben (täglich wechseln) oder auf eine Gurke geben.

Aus der Naturapotheke:
2 frische Salbeiblätter täglich sollen die Symptome der Scheinträchtigkeit lindern helfen.

Mein Tier leidet unter der Scheinschwangerschaft - was tun?

Besonders bei "Dauerscheinschwangerschaften" sollte unbedingt eine Behandlung erfolgen. Eine Hormontherapie bringt nicht immer bei allen Tieren den gleichen Erfolg, außerdem birgt sie gewisse Risiken. Ein falsch gewähltes Hormonpräparat kann womöglich zu einer gesteigerten Aggression führen, weil gewisse Präparate direkt auf das Stammhirn wirken (z. B. Galastop). Außerdem ist eine Hormonbehandlung immer und bei allen Tieren mit der Gefahr einer Gebärmutterentzündung behaftet.

Deshalb sollte in Härtefällen sogar über eine Kastration (Totaloperation) nachgedacht werden. Da dieser Eingriff bei Weibchen jedoch weitaus schwerwiegender ist, als bei Rammlern und deshalb ein erhöhtes Narkoserisiko vorliegt, sollte die OP nur von einem Tierarzt durchgeführt werden, der genügend Erfahrung mit Kaninchen hat und diese OP schon mehrmals mit Erfolg durchgeführt hat.

Hatte das Weibchen allerdings schon eine Gebärmutterentzündung, sollte sofort eine Kastration durchgeführt werden, weil diese Tiere zu der Risikogruppe für Gebärmutterkrebs gehören.




Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes erwerben kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
Einkaufstipp:
zooplus.de
 
© by Kaninchenweb