Frakturen und Luxationen (Ausrenkungen)
Wichtig für die Gesundheit von Kaninchen ist eine ausreichende Bewegung. Die Muskulatur von Kaninchen, die sich überwiegend in Käfighaltung befinden, haben eine helle weißliche Farbe. Kaninchen mit viel Bewegung haben eine rötlich verfärbte Muskulatur, was auf die gute Durchblutung zurückzuführen ist. Starke Muskeln sind wichtig, denn sie verbinden die Knochen miteinander und halten sie zusammen.
Trotzdem kann es auch bei gut trainierten Kaninchen zu Unfällen kommen. Häufigste Verletzungen sind dabei Knochenbrüche oder Ausrenkungen, wenn die Tiere beim Herumspringen irgendwo hängen bleiben. So kommt es bei Jungkaninchen durchaus häufig vor, dass sie in die Heuraufe springen und zwischen den Stäben hängen bleiben. Oder die Tiere hüpfen unglücklich vom Tisch, Zappeln oder Strampeln, wenn sie Hoch genommen werden. Gerade plötzliche Abwehrbewegungen des Kaninchens gehören zum natürlichen Verhalten der Tiere (Fluchtreflex) und können bei jedem "aufgezwungenen" Kontakt oder durch Erschrecken auftreten.
Beinbrüche
Kaninchen lieben erhöhte Aussichtsposten und haben meist kaum Mühe ½ Meter und mehr in die Höhe zu springen. Runter geht's meist genauso und normalerweise ist das auch kein Problem. Doch Kaninchen sind keine Katzen. Wenn der natürliche Fluchtreflex anschlägt, wagen Kaninchen die waghalsigsten Sprünge von Tischen, Stühlen, Fensterbänken ...
Die häufigste Ursache für Knochenbrüche ist immer noch das Verfangen der Gliedmaße in unsachgemäß angebrachten Heuraufen. Auch Minchen ist dies passiert. Eben tobte sie noch wild mit ihrer Schwester herum, dann saß sie schmerzknirschend in der Ecke.
Zum Glück für die Kleine, besteht für Knochenbrüchen bei Kaninchen eine gute Heiltendenz. Häufig heilen leichte Brüche von selbst.
Bei Minchen zeigte das Röntgenbild einen komplizierten Mehrfachbruch. Der Tierarzt wollte in einer OP versuchen, das Beinchen mit Pins zu nageln. Wenn dies nicht gelingen würde, bliebe im schlimmsten Fall die Amputation. Ein weiteres Problem bei Minchen: sie war noch extrem jung. Gerade mal 7 Wochen alt. In diesem Alter besteht ein erhöhtes Narkoserisiko. Für die Kaninchenbesitzerin war es eine Zitterpartie. Aber Minchen hatte einen Glücksengel. Sie überstand die OP und ärgerte sich über den Gips.
Ganz unproblematisch ist ein Gips bei Kaninchen nicht. Selbstverständlich wird er angenagt. Aber im Verhältnis zu richtigen Nagetieren (Kaninchen sind nagetierartige Tiere) tolerieren Kaninchen wesentlich häufiger. Manchmal muss der Gipsverband dennoch erneuert werden. Nach zwei bis drei Wochen kann normalerweise die Schiene abgenommen werden.
Falls der Beinbruch komplizierter ist und eine OP keinen Erfolg bringen kann, so ist als letzte Möglichkeit eine Amputation möglich. Das ist keine Tierquälerei. Kaninchen können sehr gut mit 3 Beinchen zurecht kommen und ein ganz normales Leben führen. Die große Lebensfreude und Energie eines artgerecht gehaltenen Kaninchens macht die kleine Einschränkung wett. Mit ein wenig Fantasie des Besitzers, können "Kaninchenleitern" und sonstige kleinere Erleichterungen, dem Tier ein ganz normales Leben bescheren. Ich habe schon von dreibeinigen Kaninchen gehört, die wieder zum Besitzer auf das Sofa springen konnten und wieder wie wild durch die Räume hoppelten.
Wirbelsäulenverletzungen
Wirbelsäulenverletzungen kommen ebenfalls recht häufig vor. Durch falsches Halten, Zappeln des Tieres, Fallen lassen, durch unglückliche Sprünge des Tieres oder auch - das darf man nicht vergessen - durch die Tatze einer Katze oder den Angriff eines Greifvogels, kann es zu solchen Verletzungen kommen.
Bei Wirbelsäulenverletzungen kann es zu vorübergehenden bis bleibenden Schäden des Nervensystems kommen, also Lähmungserscheinungen. Je nach genauer Diagnose und Schwere des Falls kann eine Behandlung erfolgen. Bei einer Querschnittslähmung infolge eines Wirbelsäulenbruchs oder einer Verrenkung der Wirbelsäule ist jede Behandlung aussichtslos.
Bei bleibenden Lähmungserscheinungen erhebt sich sofort die Frage, ob es nicht besser wäre das Tier zu erlösen. Diese Frage ist immer einer Einzelfall- und Gewissensentscheidung. Wenn das Tier starke Schmerzen leidet und jede Behandlung aussichtslos ist, dann sollte man dem Tier ein würdiges Sterben zugestehen.
Eine solche Frage kann man niemals generell beantworten. Eine bleibende Lähmungserscheinung ist sicher nicht immer ein Grund ein Tier einzuschläfern. Auch hier ist es eine Frage der Schwere der Lähmung, leidet das Tier Schmerzen und vor allem: kommt das Tier damit klar. Kann es mit dieser Beeinträchtigung glücklich sein? - Die Lebensqualität des Tieres steht hier im Vordergrund und wer sein Tier kennt und liebt, wird diese Entscheidung mit dem Herzen treffen.
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Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin,
der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die
Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über
mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick
zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen
sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten
Krankheitserscheinungen wecken, damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten
Tierarztes erwerben kann.
Die Tipps ersetzten selbstverständlich
keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des
Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden
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