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Micky
Siehe auch
Durchfall
Kokzidiose
Fliegenmaden
Surftipps
Kokzidiose - Gefahr für Jungtiere
Erfahrungsbericht Magenblähung
Trommelsucht
Erfahrungsbericht Verstopfung
Alarmzeichen
  • Unruhe oder ungewöhnliche Apathie
  • Nahrungsverweigerung
  • Zähneknirschen als Zeichen starker Schmerzen
  • stark angespannte Bauchdecke
Sofort zum Tierarzt! Akute Lebensgefahr!
Vorbeugung
  • einwandfreies, zimmerwarmes Grünfutter
  • besonders im Frühjahr: langsam an das vermehrte Grünfutter gewöhnen
  • Vorsicht: junger Klee! - Ist besonders gärfähig und führt zu Blähungen

Verdauungsprobleme beim Kaninchen

Als Pflanzenfresser besitzen Kaninchen ein hochkompliziertes Verdauungssystem, das sehr störanfällig ist. Die Tiere haben einen nur schwach bemuskelten Magen, der zum Weitertransport der Nahrung in den Darm nur wenig beitragen kann. Es kann sich nicht übergeben. Es muss ständig Nahrung aufgenommen werden, damit das nachdrängende Futter den Nahrungsbrei in den Darm weiterschieben kann.

Der Dünndarm, in dem ein überwiegend enzymatischer Verdauungsprozess stattfindet, ist mit drei Metern beim Kaninchen extrem lang. Ein großer Blinddarm beherrbergt unzählige Mikroorganismen, die die mit der Nahrung aufgenommene Rohfaser durch Vergährung aufschließen. Im Grimmdarm wird dem Verdauungsbrei Wasser entzogen. So entstehen die Kotbällchen, die der Enddarm ausscheidet.

Ist die Nahrungsaufnahme der Tiere behindert, die Bewegung ihres Darmes einschränkt, die Bildung und Abgabe von Verdauungsenzymen gestört oder die Zusammensetzung des Darminhaltes verändert, führt dies innerhalb kürzester Zeit zu Verdauungsstörungen. In deren Folge können auch Herz, Kreislauf und Atmung beeinträchtigt werden.

Besonders dramatisch verlaufen die akuten Magenblähungen und Magenüberladungen. Sie machen sich durch Unruhe der Tiere und Nahrungsverweigerung bemerkbar. Als Zeichen starker Schmerzempfindung knirschen die Tiere mit den Zähnen. Ihre Bauchdecken sind stark gespannt. Im weiteren Verlauf kommt es zu Atemnot und Kreislaufversagen.

Die Magenblähung oder Trommelsucht wird hauptsächlich durch Verfütterung leicht gärfähiger Futtermittel ausgelöst. Dazu gehört feuchtes oder selbsterhitztes Grünfutter, Kohlgewächse, zu kaltes oder angefaultes Futter. Die Magenüberladung entsteht, wenn sich die Tiere an nicht rationiertem, quellfähigem Kraftfutter überfressen.

Zur Rettung solcher Patienten ist Eile geboten. Die volksübliche Bauchschmerzbehandlung mit Wärmflasche darf hier keinesfalls Anwendung finden. Die Wärme würde eventuelle Gärprozesse noch zusätzlich anregen. Sofortiger Futter- und Einstreuentzug, Verabreichung von Tierkohle an geblähte Tiere und vorsichtige Bauchmassage sind die angemessenen Notmaßnahmen, die vom Tierbesitzer eingeleitet werden können. Aufgabe des sofort verständigten Tierarztes ist es, durch krampflösende, schmerzstillende, kreislaufstabilisierende und gasbindende Medikamente die lebensbedrohende Situation zu entspannen.

Zur Vorbeugung ist es wichtig, nur einwandfreies und gut temperiertes Saftfutter anzubieten und die Tiere, besonders im Frühjahr, langsam und in kleinsten Rationen an frisches Grünfutter zu gewöhnen. Auf die gleiche Weise kann auch die Verträglichkeit von Kohlgewächsen erreicht werden. Vorsicht bei jungem Klee! Er wird von den Tieren gierig aufgenommen, ist aber stark gärfähig. Gutes Heu und frisches Wasser müssen zur freien Aufnahme ständig zur Verfügung stehen, während Körnerfutter auf zwei Eßlöffel pro Tier und Tag rationiert werden sollte.

Leider habe ich selbst schon leidvolle Erfahrungen mit einem Magenverschluss gemacht.
Unser sonst so neugieriger, lebhafter Micky mummelte sich ein ("eierte") und schien den ganzen Tag zu dösen. Es nahm kaum Nahrung auf, trank dagegen sehr viel. Manchmal knirrschte er mit den Zähnen.
Der Tierarzt konnte zunächst keine eindeutige Diagnose stellen. Im Röntgenbild sah man ein Schatten. Zu diesem Zeitpunkt war Micky sehr schwach und konnte sich kaum auf den Läufen halten. Wir entschlossen uns zu einer Notoperation. Ein Kirschkern hatte den Magenausgang blockiert und wurde entfernt. Es hatten sich jedoch bereits Verdauungsgifte gebildet, an denen das Tier schließlich verstarb.


Dieser Bericht beruht auf einem Artikel des AHO - Aktuell. (www.animal-health-online.de)

Die hier empfohlenen Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit, da sie in Summe nur aus den Erfahrungswerten der Autorin, der Fachliteratur, sowie Berichten / Artikeln unterschiedlichster Herkunft stammen. Die Seiten über Kaninchenkrankheiten sollen dem Halter einen Überblick über mögliche Erkrankungen, Symptome und Alarmzeichen verschaffen, um so seinen Blick zu schärfen. Ein Einblick über derzeitig allgemein übliche Behandlungen sowie Erfahrungsberichte Betroffener, sollen das Verständnis gegenüber bestimmten Krankheitserscheinungen wecken und damit er sich das nötige Grundwissen zur Suche des geeigneten Tierarztes aufbauen kann. Die Tipps ersetzten selbstverständlich keine qualifizierte Tierarztbehandlung!
Die hier wiedergegebenen Informationen sind lediglich Tipps für die Haltung und Pflege des Kaninchens und ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden (z.B. bei Anwendungsfehlern bzw. Falschinterpretation) die aus der Anwendung dieser Informationen entstehen.
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